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Leserbrief
Magazin
06.09.2021

Genug der Bevormundung

Wird wohl bald jemand vor meinem Haus stehen und kontrollieren, was ich den ganzen Tag gemacht habe? Bild: news.wko.at/istockphoto
Mit 20 Jahren konnte ich frei Entscheidungen treffen, 37 Jahre später wird es zunehmens schwieriger. Ich fühle mich erwachsen genug, um zu entscheiden, was ich wann, wo tue oder nicht.

Nach der Matura, mit der bestandenen Autoprüfung in der Hand, fühlte ich mich frei. Als ich 16 Jahre alt war, reiste ich mehrheitlich alleine in meine Heimat. Doch mit 20 fühlte sich das noch besser an. Ich konnte so lange bleiben, wie ich wollte und dort unternehmen, was ich wollte.

Da frage ich mich wirklich, wo ist die Freiheit geblieben? Bild: Pixabay

Was wollt «Ihr» alles wissen?

Wann ich wo aufstehe, dusche, zur Arbeit gehe, meine Freizeit mit wem verbringe, einkaufe, ins Restaurant, zum Arzt, zum Akupunkteur, in die Fussreflexzonenmassage, in die Sauna, ins Schwimmbad, ins Fitness gehe. Wollt «Ihr» wirklich noch mehr wissen? Was ich jeweils zum Frühstück, zu Mittag oder zum Abendessen zu mir nehme, wann ich ins Bett gehe, damit «ihr» herausfinden könnt, ob ich gesund lebe?

Wenn «Ihr» alles wisst, dann wollt «Ihr» mich als gesunden Menschen impfen und mir drohen, dass wenn ich das nicht über mich ergehen lasse, mir sehr viel in meinem Leben verwehrt wird, wirklich?

Geht das nicht zu weit?

Ich fühle mich als mündigen Menschen, habe mir nie etwas zu Schulden kommen lassen, die Steuern regelmässig bezahlt, meine Kinder in die Schule geschickt, bin den Staatspflichten nachgekommen, da ich mich dennoch frei gefühlt habe. Doch jetzt will man in meine ganz persönliche, intime kleine Welt eingreifen.

Ich trage meinem Körper sorge, weil es mir wichtig ist, dass er ohne fremde Hilfe funktioniert. Damit erfülle ich meine solidarischen Pflichten, da ich für andere Menschen, die Hilfe brauchen, da sein kann. Auch die Selbstverantwortung ist erfüllt. Wenn ich gut für mich schaue, heisst das nichts anderes, als das ich in der Selbstverantwortung lebe.

«Wenn Sie sterben, sterben Sie; wenn Sie gesund bleiben, bleiben Sie gesund, und wenn Sie jemanden anstecken, ist das Ihre Verantwortung, In einer freiheitlichen Gesellschaft hätten die Leute ein Recht, sich selber zu verwirklichen.»
Ueli Maurer gestern im Sonntagsblick.

Ich habe einen Menschenverstand

Ehrlich gesagt, ist das für mich nicht der Inbegriff von Leben. Ich möchte nicht ständig auf andere erwachsene Menschen aufpassen müssen. Ab 18 Jahren sind die Kinder heute mündig und ab 12 Jahren können sie sogar entscheiden, ob sie geimpft werden möchten oder nicht!

Es liegt an meinem Menschenverstand, dass ich nicht kranke und gebrechliche Menschen aufsuche, wenn ich mich nicht gut fühle.

Manchmal lohnt es sich, auch wenn es kompliziert ist, sich zu informieren, was ein Virus überhaupt ist. Heute können wir uns im Internet z.B. über das Virus informieren.

Ich hoffe endlich auf wirklich gesunden Menschenverstand!

Suna Lommen/Toggenburg24