Home Region In-/Ausland Sport Rubriken Agenda

Flankierende Massnahmen zur Umfahrung Bütschwil werden optimiert

Die flankierenden Massnahmen in Bütschwil sollen optimiert werden. Bild: Gemeinde Bütschwil
Vom 26. März 2022 bis 29. April 2022 führten die Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil und das kantonale Tiefbauamt das Mitwirkungsverfahren für die flankierenden Massnahmen zur Umfahrung Bütschwil durch. In einem nächsten Schritt werden die drei Teilprojekte unter Prüfung der Rückmeldungen optimiert.

Rund 50 Einzelpersonen sowie Interessengruppen und Organisationen haben sich am Mitwirkungsverfahren beteiligt und zu den Projekten des kantonalen Tiefbauamts und der Politischen Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil eine Stellungnahme abgegeben. Die Rückmeldungen wurden in den letzten Wochen einer ersten Analyse unterzogen und in drei Mitwirkungsberichten zusammengefasst und kommentiert. Die Mitwirkungsberichte werden ab Mitte August  auf der Mitwirkungsplattform www.mitwirken-buetschwil-ganterschwil.ch publiziert und können ab dann in gedruckter Form auf der Gemeindeverwaltung bezogen werden. In den nächsten Monaten werden aufgrund der Rückmeldungen verschiedene Optimierungen geprüft bzw. vorgenommen, sodass voraussichtlich im Herbst 2022 über das weitere Vorgehen informiert werden kann.

Zusammenfassend stossen die Kernfahrbahn und die markierten Radstreifen auf der Wiler- und Landstrasse auf eine breite Akzeptanz, ebenso der konsequente Verzicht auf Rechtsvortritt. Im Vordergrund steht dabei die Erhöhung der Sicherheit. Unterschiedlich beurteilt werden u.a. die Kosten der flankierenden Massnahmen, die Verlagerung des Verkehrs auf die Ottilienstrasse, die Aufhebung von Parkplätzen, die Fahrbahnhaltestelle des Busses im Gebiet Hofwiesen, ein durchgängiges ostseitiges Trottoir sowie verschiedene geplante Eingriffe in privates Eigentum. Im Bereich des Kirchenvorplatzes wurden teilweise die Erhöhung des Durchfahrtswiderstands und die Pflästerung kritisiert.

«Busbahnhof» im Gebiet Hofwiesen wird geprüft

Der Vorschlag des Gemeinderats, im Gebiet Hofwiesen einen «Busbahnhof» abseits der Hauptstrasse zu realisieren, wird von verschiedenen Mitwirkenden begrüsst. Dabei soll die Haltestelle so gestaltet werden, dass Busse aus beiden Fahrtrichtungen einfahren können und sich die Busbucht in Richtung Wil erübrigt. Als Ergebnis der Mitwirkung prüft das kantonale Tiefbauamt in einem nächsten Schritt die Machbarkeit eines solchen «Busbahnhofs».

Beim Vorschlag, anstelle der Ottilienstrasse die Langenrainstrasse zur Kantonsstrasse auszubilden, weist das Tiefbauamt darauf hin, dass die Umklassierung der Ottilienstrasse von der Gemeinde- zur Kantonsstrasse gestützt auf den entsprechenden Kantonsratsbeschluss aus dem Jahr 2013 bereits vollzogen ist. Zudem verweist es auf das 2019 erstellte unabhängige Verkehrsgutachten, welches bestätigt, dass sich der Verkehr von Wattwil her aufgrund der längeren Fahrzeiten nicht auf die Langenrainstrasse verlagern lässt.

Indessen geht das Tiefbauamt auf den Vorschlag ein, im Abschnitt Hofackerstrasse–Engi auf das ostseitige Trottoir zu verzichten. Gleichzeitig wird der Bau eines Fussgängerstreifens auf Höhe Hofackerstrasse geprüft. Voraussetzung für diesen Fussgängerstreifen ist eine ausreichend hohe Fussgängerfrequenz.

Möglichst wenige Parkplätze aufheben

Gemäss aktuellen Normen müssen Parkplätze aus Sicherheitsgründen so angeordnet sein, dass Ein- und Ausfahrten vorwärts erfolgen. Dies wird durch bauliche Massnahmen sichergestellt bzw. werden Seitwärtsparkplätze aufgehoben. Das Tiefbauamt und die Politische Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil sind in Diskussion, Ersatzparkplätze zu schaffen, die Reduktion des Parkplatzangebots so klein wie möglich zu halten und den Handlungsspielraum möglichst weit auszunützen.

Bei der Einmündung der Mosnangerstrasse in die Ottilienstrasse besteht die Befürchtung, dass durch die Begradigung der Ottilienstrasse zu hohe Geschwindigkeiten erzielt werden. In der weiteren Projektierung wird deshalb geprüft, ob die Kurve verengt werden kann. Die von einigen Mitwirkenden geforderte Einführung von Tempo-30 müsste laut Rückmeldung des Tiefbauamts unabhängig der geplanten Projekte bei der Kantonspolizei beantragt werden und hat auf den Ausbau der Strasse keinen Einfluss. Der Gemeinderat wird einen entsprechenden Antrag stellen.

Fussgängerstreifen sind von Nutzerfrequenz abhängig

Einige Rückmeldungen beziehen sich auf verschiedene Fussgängerstreifen, etwa im Bereich Ottilienstrasse/Landstrasse, im Bereich Restaurant Wies oder beim Gemeindehaus. Um zu klären, ob die Fussgängerstreifen bei der Ottilienstrasse/Landstrasse auch künftig eine Berechtigung haben, soll in einem nächsten Schritt die Nutzerfrequenz erhoben werden. Beim Fussgängerstreifen vor dem Restaurant Wies muss auf die gewünschte Lichtsignalanlage verzichtet werden, da die hierfür erforderliche Nutzerfrequenz deutlich unterschritten wird. Betreffend des Fussgängerstreifens beim Gemeindehaus wird abgeklärt, ob dieser trotz geringer Nutzerfrequenz bestehen bleiben kann, da er sich an einem Schulweg befindet.

Verkehrsgutachten für Kirchplatz und Umgebung

Am wenigsten weit fortgeschritten ist die Planung zur Umgestaltung des Kirchplatzes. Hierfür hat die Politische Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil einen Gestaltungswettbewerb im Einladungsverfahren durchgeführt und der Bevölkerung den Vorschlag des Ateliers TP Landschaftsarchitekten aus Rapperswil zur Diskussion unterbreitet.

Zum Kirchplatzprojekt sind mehrheitlich negative Rückmeldungen eingegangen. Insbesondere bemängelt werden die fehlende Notwendigkeit einer Kirchplatzgestaltung, die Parkplatzreduktion sowie Sicherheitsaspekte. Zudem gehen die Sichtweisen zu einer möglichen Tempo-30-Limite auseinander. Diese Fragen erfordern eine grossräumige Betrachtung. Ein Verkehrsgutachten soll klären, in welchen Bereichen rund um den Kirchplatz Tempo 30 respektive Höchstgeschwindigkeit 30 km/h sinnvoll ist. Gleichzeitig soll ermittelt werden, wo entlang der Mosnangerstrasse und Kirchgasse Parkfelder erstellt werden können. Erst, wenn diese wesentlichen Grundlagen vorliegen, wird das Kirchplatzprojekt weiterverfolgt.

Gemeinde Bütschwil