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24.09.2021

Schlechte Nachricht für «Ländle-Shopper»

Einkäufe im Ländle werden sich künftig weniger rentieren
Einkäufe im Ländle werden sich künftig weniger rentieren Bild: blick.ch
Viele St.Galler kaufen gerne und oft im benachbarten Vorarlberg ein. Können sie doch die österreichische Mehrwertsteuer zurückholen und dürfen Waren bis zu einem Wert von 300 Franken mehrwertsteuerfrei in die Schweiz einführen. Nicht mehr lange.

Ob Messepark, ob Hofer und Lidl, ob Eurospar oder Sutterlüty, auf allen Parkplätzen der Vorarlberger Einkaufstempel sieht man immer wieder zuhauf Schweizer Kennzeichen. Weil viele Rheintaler die Gelegenheit nutzen, im Ländle, wo die Preise generell niedriger sind als im Rhintl, billig einzukaufen.

Österreichische Mehrwertsteuer zurückholen

Noch billiger wird dieser Einkauf, weil man ab einem Einkaufswert von 75 Euro die österreichische Mehrwertsteuer von 10 Prozent auf Lebensmittel und 20 Prozent auf sonstige Waren zurückholen kann. Und in der Schweiz nur ab einem Einkaufswert von 300 Franken die hiesige Mehrwertsteuer nachzahlen muss.

Aber nicht mehr lange. Denn die Schweizer Politik will den Mehrwertsteuerfreibetrag bei der Einfuhr der Waren von 300 Franken auf 50 Franken senken. So verlangen es die Kantone St.Gallen und Thurgau in einer Standesinitiative.

«So geht das nicht weiter»

Die Begründung liefert Walter Schönholzer, Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Thurgau, der ja in weiten Teilen direkt an Deutschland angrenzt und daher auch stark von der bisherigen Regelung und vom Einkaufstourismus seiner Einwohner betroffen ist: «So geht das nicht weiter. Unserem Staat gehen durch den Einkaufstourismus jährlich etwa 700 Millionen an Steuereinnahmen verloren. Es geht um die Aufhebung einer krassen Ungerechtigkeit.»

Gesamt werden die von Einkaufstouristen aus der Schweiz in den Gebieten der EU getätigten Einkäufe auf zehn Milliarden Franken pro Jahr geschätzt. Zehn Milliarden, die den Ladenbetreibern auf Schweizer Seite natürlich fehlen.

Stellt sich nur die Frage, ob sich der dann merklich steigende Personalaufwand für die Mehrwertsteuererhebung und Zollkontrolle für Einkaufsbeträge in Höhe von unter hundert Franken wirklich lohnt.

rheintal24/gmh/uh/apa/Toggenburg24