Home Region In-/Ausland Sport Rubriken Agenda
Wirtschaft
22.09.2021
22.09.2021 09:55 Uhr

Lichtblick im Ringen um Evergrande-Zukunft

Eine Couponzahlung des zweitgrössten chinesischen Baukonzerns Evergrande hat am Mittwochmorgen die Märkte im Fernen Osten etwas beruhigt.
Eine Couponzahlung des zweitgrössten chinesischen Baukonzerns Evergrande hat am Mittwochmorgen die Märkte im Fernen Osten etwas beruhigt. Bild: KEYSTONE/EPA/ALEX PLAVEVSKI
Der von Zahlungsunfähigkeit bedrohte Immobilienriese China Evergrande wird eine Anleihe-Cuponzahlung in Höhe von 35,9 Millionen Dollar leisten.

Die Haupteinheit der China Evergrande Group, die Hengda Real Estate Group, teilte am Mittwoch in einer Erklärung mit, dass sie die Cuponzahlung für ihre in Shenzhen gehandelte 5,8 Prozent September 2025 Onshore-Anleihe pünktlich am Donnerstag begleichen werde.

Die Cuponzahlung beläuft sich auf 232 Millionen Yuan (33 Millionen Franken). Evergrande wird seine Onshore-Anleihe pünktlich bezahlen, aber die Firma hat noch nicht mitgeteilt, ob sie in der Lage sein wird, die am Donnerstag fälligen Zinsen in Höhe von 77 Millionen Franken für ihre Offshore-Anleihe vom März 2022 zu leisten.

Evergrande will Verpflichtungen erfüllen

Evergrande-Verwaltungsratschef Hui Ka Yuan hatte sich bereits am Dienstag zuversichtlich gezeigt: «Ich bin fest davon überzeugt, dass Evergrande mit Ihrem Einsatz und Ihrer harten Arbeit aus seinem dunkelsten Moment herauskommen wird und so schnell wie möglich die Bauarbeiten in vollem Umfang wieder aufnehmen wird», schrieb Hui in einem Brief an die Mitarbeiter. Evergrande werde seine Verpflichtungen gegenüber den Immobilienbesitzern, Investoren, Partnerfirmen und Banken erfüllen.

Die guten Nachrichten sorgten für etwas Erleichterung an den nervösen Märkten. Die Anleger hatten befürchtet, dass ein Zahlungsausfall von Chinas zweitgrösstem Baukonzern das globale Finanzsystem in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Enge Verflechtung mit der Wirtschaft

Evergrande ist so stark mit der chinesischen Wirtschaft im Allgemeinen verflochten, dass die Angst vor einer Ansteckung die Finanzmärkte in Atem gehalten hat.

Das Unternehmen hat einen mehr als 275 Milliarden Dollar schweren Schuldenberg aufgetürmt und ist in Zahlungsverzug gegenüber seinen Gläubigern geraten. Analysten der Citigroup warnten vor Risiken für das ganz Finanzsystem in China, sehen aber keinen «chinesischen Lehman-Moment» voraus.

Keystone-SDA/Toggenburg24