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Politik
21.09.2021

Mike Egger im Supermarkt körperlich attackiert

Der Bernecker Nationalrat Mike Egger wurde in einem Supermarkt körperlich attackiert
Der Bernecker Nationalrat Mike Egger wurde in einem Supermarkt körperlich attackiert Bild: Ulrike Huber
Die Sitten in der Schweiz scheinen völlig zu verkommen. Anschläge auf Impfstationen. Sturmbereite Demonstranten vor dem Bundeshaus. Und jetzt wurde der Bernecker Nationalrat Mike Egger in einem Supermarkt in Widnau körperlich attackiert.

Es geschah bereits vor längerer Zeit bei einem Wochenendeinkauf in einem Supermarkt in Widnau. «Ja, das war der Tag nach meinem Auftritt in der «Arena», wo es um das CO2-Gesetz ging. Da sprachen mich zwei junge Männer im Laden zunächst freundlich an, ob ich Mike Egger wäre, was ich natürlich bejahte. Als ich dann an der Kassa wartete, fing einer der beiden an laut herumzuschreien, was im halben Laden zu hören war.»

Auf eine Anzeige verzichten

Der Vorfall wurde erst jetzt durch Blick.ch öffentlich gemacht. Denn der Bernecker Parlamentarier wollte auf eine Anzeige verzichten. «Im Nachhinein bereue ich es, dass ich zunächst keine Info an die Polizei weitergegeben habe. Das war wohl ein Fehler. Denn nach sorgfältiger Überlegung hatte ich mir dann doch gedacht, dass eine Anzeige der richtige Weg wäre.» Doch zu spät, denn die Aufnahmen der Überwachungskameras waren schon gelöscht.

Eine Anzeige wäre im Nachhinein das Richtige gewesen, zumal es der junge Mann nicht bei Beleidigungen beliess, sondern den Rheintaler Nationalrat auch mit einem Fusstritt insultierte. «Er schob die Person vor mir weg und kickte mich mit dem Fuss in die Seite.» Ein anderer Kunde hat dann dem Möchtegernrowdy resolut empfohlen, er solle Ruhe geben und verschwinden. Was dieser mit dem Filialleiter auf den Fersen dann auch machte. Leider konnte der Dübel aber entkommen.

Motiv bleibt im Dunkeln

Bei dem Angriff kam es zu geringem Sachschaden. Was das Motiv des wohl kaum übermässig mit Intelligenz gesegneten Mannes war, bleibt im Dunklen. Egger, der immer wieder geradeheraus seine politischen Ansichten vertritt, dabei aber stets freundlich und mit Fakten argumentiert, hat schon früher Probleme mit Andersdenkenden gehabt. «Der Austausch der Gedanken mit Menschen, auch wenn diese andere Ansichten vertreten, ist selbstverständlich und wichtig, aber Gewalt ist ein No-Go!»

Dazu kommt, dass sich die verbalen Angriffe in Briefen oder auf Social Media auf alle Politiker häufen. «In den vergangenen Monaten hat sich die Situation aber zugespitzt. Ich bekomme mehr Drohungen, mehr Beleidigungen.» Die Sitten in der Schweiz scheinen zu verrohen, da zu viele Menschen extreme Standpunkte vertreten und nicht mehr zu jenen Kompromissen bereit scheinen, die die Schweiz gross gemacht haben, die aber einen anständigen Austausch der Argumente auf Augenhöhe erfordern.

rheintal24/gmh/uh/Toggenburg24