Home Region In-/Ausland Sport Rubriken Agenda
Kolumne
19.09.2021

Dr. Gut: «Steinreiche Gewerkschaften»

Dr. Philipp Gut: «Das kommt einem Selbstbedienungsladen im Millionenbereich gleich.» Bild: Linth24
Die Gewerkschaften horten ein immenses Vermögen, sie sind sogar reicher als alle anderen politischen Organisationen. Eine faustdicke Lebenslüge fliegt auf.

Es ist ein klassisches Eigentor: Weil die Unia einen Steuerentscheid in eigener Sache angefochten hatte, machte das Bundesgericht die finanziellen Verhältnisse der mächtigen Gewerkschaft publik. Die Dimensionen sprengen die kühnsten Schätzungen: Die Arbeitervertreter sitzen auf Immobilien im Wert von über einer halben Milliarde Franken. Hinzu kommen Wertschriften im Steuerwert von 115 Millionen. Zusätzlich liegen auf den Bankkonten der Unia 63 Millionen Franken.

Der «Tages-Anzeiger» hält fest, die Unia sei die finanzkräftigste politische Organisation der Schweiz, «potenter als alle Parteien, Wirtschaftsverbände und NGOs».

Wer in der Chefetage sahnt ab?

Die politische Sprengkraft dieser immensen Vermögenswerte der Unia liegt auf der Hand: Die steinreichen Gewerkschaftsbosse führen einen permanenten Klassenkampf gegen die Reichen im Land und werben mit dem Slogan «Armut ist kein Verbrechen». Jetzt müssen sie der verdutzten Basis erklären, wie diese unglaublichen, bisher versteckt gehaltenen Reichtümer zustande gekommen sind, wozu sie eingesetzt werden und wer in der Chefetage absahnt.

Glaubwürdigkeit zerstört

Gegenwärtig führen die Gewerkschaften den Abstimmungskampf für die 99-Prozent-Initiative. Dabei spielen sie das Kapital gegen die Arbeit aus. Dass sie selbst auf riesigen Kapitalreserven hocken und das Geld für sich arbeiten lassen, zerstört ihre Glaubwürdigkeit. Zum Vorschein kommt eine faustdicke Lebenslüge.

«Haltet den Dieb!»

Eine Verantwortung trägt aber auch die Politik: Mit dem Konstrukt der sogenannten Paritätischen Kommissionen aus Arbeitgebervertretern und Gewerkschaften fliessen den Sozialpartnern horrende Summen zu, ohne dass sie dafür schuften müssten. Ihre einzige Aufgabe besteht darin, die Einhaltung der Gesamtarbeitsverträge (GAV) zu kontrollieren. Das kommt einem Selbstbedienungsladen im Millionenbereich gleich.

Würden sie nicht selbst davon profitieren, hätten die Gewerkschaften schon längst gerufen: «Haltet den Dieb!»

Dr. Philipp Gut schreibt auf dem Online-Verbund von Portal24 jede Woche eine Kolumne, die auf den 10 dem Verbund angeschlossenen Portalen jeden Sonntagmorgen publiziert wird. Philipp Gut ist Historiker, Bestsellerautor («Jahrhundertzeuge Ben Ferencz») und einer der profiliertesten Journalisten der Schweiz. Mit seiner Kommunikationsagentur Gut Communications GmbH berät er Unternehmen, Organisationen und Persönlichkeiten.

www.gut-communications.ch

Dr. Philipp Gut, Kolumnist Toggenburg24