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Bildung
14.09.2021
14.09.2021 14:02 Uhr

Eltern wehren sich für ihre Kinder

Die Eschenbacher Elternschaft mit Unterstützung aus anderen Gemeinden und Kantonen.
Die Eschenbacher Elternschaft mit Unterstützung aus anderen Gemeinden und Kantonen. Bild: Linth24
Eltern aus Eschenbach setzen ein Zeichen gegen die Maskenpflicht in der Oberstufe. Sie verlangen, dass die Gemeinde Verantwortung übernimmt und die Massnahme im Rahmen der Gemeindeautonomie aufhebt.

Frühmorgens am Montag um 7:25 Uhr, die ersten Sonnenstrahlen im Gesicht, treffen aus allen Richtungen Eltern und Mitglieder von wirfamilien.ch im Oberstufenzentrum Breiten in Eschenbach ein. Es ist ein Zusammenschluss von Familien, welche Attribute wie Gemeinschaftlichkeit, Selbstbestimmtheit und Eigenverantwortung teilen. Unterstützt werden sie von MitstreiterInnen aus Schänis, Reichenburg und Lehrkräften aus anderen Kantonen.

Das Ziel der spontan über das Wochenende organisierten Aktion ist es, gegenüber der Schulverwaltung ein klares Zeichen der Ablehnung der Maskenpflicht für Oberstufenschüler zu setzen. M.O.*: «Wir wollen und können diesen Maskenterror an unseren Kindern einfach nicht mehr länger gutheissen. In der ganzen Corona-Zeit waren die Kinder und Jugendlichen diejenigen, die am wenigsten zur Eskalation beitrugen, aber am meisten darunter zu leiden hatten.»

  • Die Eltern treffen ein und erhaltene eine Rose um die friedliche Stimmung aufzuzeigen. Bild: Linth24
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  • Die ersten Botschaften sind sichtbar. Bild: Linth24
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  • Die nächste Station ist das Gemeindehaus Eschenbach. Die Eltern geben nicht so leicht auf. Bild: Linth24
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  • Besammlung am frühen Morgen. Bild: Linth24
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Ohne Maske zuhinterst sitzen

Mit einer Rose in der Hand als Zeichen des Friedens und des guten Willens versuchten über 30 betroffene Eltern den Schulpräsidenten Reto Gubelmann oder die Schulleiterin Gabriela Bleiker zu erreichen. Die Reaktion des Schulsekretariats auf dieses Ansinnen war etwas hilflos. Zuerst schickt man die jüngste Mitarbeiterin mit der Meldung voraus, es sei niemand anwesend. Dann die Information, dass Schulpräsident und Schulleitung erst am Dienstag wieder da sind. Man wollte die Eltern wohl abschütteln. Der Anruf von Linth24 auf das Schulsekretariat brachte dann andere Antworten: Schulpräsident und Schulleitung sowie Frau Dr. Karen Peyer, die in Eschenbach wohnende stellvertretende Kantonsärztin,  seien in St. Gallen und am Nachmittag (!) wieder zurück. Der Schulsekretär sei im Hause.

Schulsekretär Martin Zahner begrüsste dann die Gruppe, musste aber gleich mitteilen, dass er nicht die richtige Anlaufstelle sei. F.B., Mutter eines Oberstufenschülers erzählt ihm: «Ich wollte meinen Sohn, mit Attest und ohne Maske in die Schule schicken. Mir wurde beschieden, dass er zuhinterst sitzen müsse, die Maske nur am Platz abnehmen darf und auf dem Gang die Maske wieder aufsetzen muss.» Immer wieder wurde die Frage gestellt, wer bei allfälligen Gesundheitsschäden der Jugendlichen die Haftung trage.

  • Schulsekretär Martin Zahner nimmt Sorgen und die Rose entgegen. „Leider bin ich nicht die richtige Ansprechstelle für die Anliegen.“ Bild: Linth24
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  • Yvonne Büsser: „Wir wollen unsere Freiheit wieder.“ Bild: Linth24
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  • Yvonne S.: "Es soll unbedingt mehrere Möglichkeiten für Eltern und Schüler geben, um die Schulpflicht zu erfüllen." Bild: Linth24
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  • Gemeindepräsident Cornel Gerne im Gespräch mit der Gruppe. Bild: Linth24
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Treffen mit dem Gemeindepräsidenten

Auf den erfolglosen Versuch, die Schulleitung zu treffen, folgte ein Besuch beim Gemeindepräsidenten Cornel Aerne. Dieser nahm sich im Gespräch mit den Eltern deren Sorgen an, beschied aber auch gleich: «Ich habe mich mit der Maskenpflicht in der Schule bis heute morgen nicht befasst.» Er hätte die Situation auch gerne anders, es sei aber eine kantonale Auflage. Aerne: «Das Begehren der Eltern um Aufhebung der Maskenpflicht kann hier und heute nicht entschieden werden.» Und: «Die Maskendiskussion ist eine Religion geworden.»

Einwände der Eltern, dass die Gemeinden im Rahmen der Gemeindeautonomie und der zu erwartenden massiven Kosten für Covid-Tests auch anders entscheiden könnten, blieben im Raum stehen. A.B.: «Den Gemeindebehörden ist oft nicht bekannt und auch nicht bewusst, dass für die meisten Auflagen die gesetzliche Grundlage fehlt. Man folgt einfach den Anordnungen von 'oben', um keine Probleme zu bekommen.» Leidtragende in dieser Sache seien einmal mehr Kinder und Jugendliche.

Mögliche Impflicht für Schüler

Bei den abschliessenden Gesprächen der Anwesenden untereinander ging es vor allem um die Frage der Verantwortlichkeiten bei Gesundheitsschäden durch das Maskentragen und den Möglichkeiten für Eltern, die Schulpflicht ihrer Kinder anders zu gestalten. E.R.: «Viele Eltern machen sich auch Sorgen über eine mögliche Impfpflicht.» Das dürfte dann wohl das nächste heikle Thema für besorgte Eltern sein...

Markus Arnitz, freier Mitarbeiter Linth24/Toggenburg24