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Kultur
06.09.2021

Ein Konzert geht um die Welt – Mario Borrelli live

Mario Borrelli und Saki Hatzigeorgiou sowie ein betörendes Streichquartett beim Song «Specchiati»
Mario Borrelli und Saki Hatzigeorgiou sowie ein betörendes Streichquartett beim Song «Specchiati» Bild: Ulrike Huber
Mario Borelli & Saki Hatzigeorgiou und Band hatten ins Little Big Beat Studio in Eschen geladen, wo mit einem in die ganze Welt gestreamten Live-Konzert ihre neue CD und LP «Specchiati» offiziell vorgestellt wurde.

War das eine grossartige Atmosphäre. Ein Konzert ganz besonderer Art. Eine Live-Session, die direkt per Live-Stream aus dem Little Big Beat Studio in Eschen in die ganze Welt getragen wurde. Eine professionelle Konzertaufzeichnung im Stile der berühmten und zu Musiklegenden gewordenen Unplugged-Konzerte von MTV. Und die Stars dieses ungewöhnlichen Abends? Mario Borrelli und Saki Hatzigeorgiou und ihre Band.

  • Legere Stimmung beim Apéro im Little Big Beat Studio Bild: Ulrike Huber
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  • Bild: Ulrike Huber
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  • Das grosse Mischpult mit 48 Tonspuren Bild: Ulrike Huber
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  • Little Big Beat Studio-Chef Little Konzett (li.) und Kurt Gehring Bild: Ulrike Huber
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Autohändler und Werkstattbesitzer

Ein Autohändler und Werkstattbesitzer aus Lüchingen ist derzeit der Shooting-Star der Rock/Pop/Szene im Rheintal, ja im ganzen Kanton St.Gallen. Mario Borrelli, Italo-Schweizer und begnadeter Sänger, der mit dieser Live-Session seine neueste CD/LP präsentierte. Schon etwa eine Stunde vor der Aufzeichnung des Konzerts trudelten Freunde, Wegbegleiter und Unterstützer des über fünfzigjährigen Barden im Little Big Beat Studio in Eschen ein.

Little Konzett bei der Erläuterung der Studioregeln Bild: Ulrike Huber

Wo alle herzlich empfangen wurden. Vom Chef und Mastermind des Studios Little Konzett und dem technischen Leiter des Abends Kurt Gehring. Nach etwas Smalltalk mit den lockeren und aufgeräumten Musikern der Band ging es in das grosse Aufnahmestudio, wo in der Mitte des Raumes die Mikros und Instrumente für die Musiker aufgebaut waren.

Saki Hatzigeoriou (li.) und Mario Borrelli Bild: Ulrike Huber

Daneben auf einer Seite die vielen Kameras für die Live-Übertragung. Auf der anderen Seite die Sitze für die Zuhörer. Von denen jeder einen Kopfhörer erhielt. Denn bei einer solchen Live-Session wird ohne Verstärker und Lautsprecher gearbeitet. Die fertig abgemischte Musik kommt über die Ohrenschmeichler.

  • Vasilis Kotarelas an der Gitarre und Pascal Huber an den Keyboards Bild: Ulrike Huber
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  • Georgios Mikirozis bearbeitete die Percussions Bild: Ulrike Huber
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  • Gestik und Mimik von Maro Borrelli erinnern an Joe Cocker Bild: Ulrike Huber
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  • Winnie Bucher zupfte den Bass Bild: Ulrike Huber
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Mario Borrelli legte los

Und Punkt 20.00 Uhr ging die Übertragung des Live-Streams los. Little Konzett begrüsste in seiner Anmoderation die Zuseher und –hörer in aller Welt. Dann legte Mario Borrelli los. Mit dem ersten Song seines neuen Albums «Specchiati». Dem melancholisch einfühlsamen «Canterai». Wie alle elf Songs in italienischer Sprache geschrieben und gesungen. Und wie alle Songs ein unglaublicher Ohrwurm.

  • Mit aufwändiger Technik wurde der Live-Stream aufgenommen Bild: Ulrike Huber
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  • Grossartige Atmosphäre im Little Big Beat Studio Bild: Ulrike Huber
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  • Die Kameraleute leisteten ganze Arbeit Bild: Ulrike Huber
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Die gesamte CD mit ihren Rocksongs, die an die grossen italienischen Musikgiganten Toto Cutugno, Umberto Tozzi oder Zucchero erinnern, aber stets völlig eigenständig und ganz einfach und originär Mario Borrelli sind, wurde schon vor einem Jahr im selben Studio aufgenommen, konnte aber aufgrund der Corona-Pandemie erst jetzt mit Chancen auf Erfolg veröffentlicht werden.

Album bereits vorgestellt und besprochen

Wir haben auf rheintal24 bereits eine Besprechung dieses wunderbaren und eingängigen Albums vorgestellt. Aber live mit der grossartig agierenden Band verursachten die auf harmonischen Melodiebögen aufgebauten Songs samt herausragender Anklänge an das mediterrane Leben bei den im Studio anwesenden Gästen nur noch Gänsehaut. Ein wohliges Erschauern. Und entzündeten die bei uns Schweizern ohnehin vorhandene Sehnsucht nach Sonne, Strand und Italianità.

  • Saki Hatzigeoriou (Mitte) und Mario Borrelli (re.) Bild: Ulrike Huber
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  • Mario Borrelli live in Concert Bild: Ulrike Huber
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  • Little Konzett bei der Abmoderation des Live-Streams Bild: Ulrike Huber
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  • Mario Borrelli live in Concert Bild: Ulrike Huber
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Ein uneingeschränktes «Bravissimo» der Band. Vasilis Kotarelas, der zusammen mit Borrelli den Song «Zoume» geschrieben hat und in diesem auch mitsingt, ist ein Gitarrist, der äusserst exakt und dennoch einfühlsam die Saiten zupfte. Winnie Bucher gab am Bass gemeinsam mit Drummer Reto Kuster und Percussionist Georgios Mikirozis den Grundrhythmus vor. Stets dem Gesamten dienend und ohne musikalische Allüren. Die Piano- und Keyboardtasten wurden von Pascal Huber mit grossem Gefühl für das Timing und den sanften Klang gestreichelt.

Perfektes Gitarren- und Bouzouki-Spiel

Und da war natürlich Saki Hatzigeorgiou, in der Rheintaler Musikszene bestens bekannter Guitarrero, der gemeinsam mit Mario Borrelli die meisten der brillanten Songs auf «Specciati» geschrieben hat. Aussergewöhnlich nicht nur sein perfektes Gitarrenspiel, sondern auch sein nicht minder perfektes Auftreten mit seiner geliebten Bouzouki. Nicht zu vergessen Mario Borrelli. Der «Vocatore» mit seiner unverwechselbaren, kräftigen, einschmeichelnden, tief in die Seele und die Herzen eindringenden Stimme. In Gestik, Mimik, ja in der ganzen Art, sich beim Singen zu bewegen, erinnert Borrelli an den unvergesslichen Giganten Joe Cocker. Ist aber als Mario Borrelli ganz bei sich und seiner Musik.

  • Musiker und alle Mitarbeiter der Live-Streaming-Produktion Bild: Ulrike Huber
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  • Die Band samt Studiochef: v.l. Pascal Huber, Winnie Bucher, Saki Hatzigeorgiou, Little Konzett, Mario Borrelli, Reto Kuster, Vasilis Kotarelas, Georgios Mikirozis Bild: Ulrike Huber
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Welches sind die besten Lieder des Albums? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Oder auch nicht. So wie es dem Schreiber dieser Zeilen geht, der keines der Einzelteile dieses als Album getarnten Gesamtkunstwerks herausheben möchte. Mit einer kleinen, aber gleichzeitig auch grossen Ausnahme: jenem Song, der dem Album den Titel gegeben hat. «Specchiati». Für diese Nummer zogen sich die Bandmusiker ausgenommen Hatzigeorgiou mit seiner Bouzouki für einige Minuten zurück und überliessen das Feld einem Streichquartett, bestehend aus Monica Tarcsay, Gyöngyi Ellensohn, Camillo Sanchez und Diego Ismas. Ein wunderbar vielschichtiges Stück Musik, das sich in die Gehörgänge zaubert und sich dort festsetzt. Wie überhaupt der Sound von Mario Borrelli, den man nicht mehr aus seinem Musikgedächtnis bringt.

  • Bild: Ulrike Huber
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  • Bild: Ulrike Huber
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  • Bild: Ulrike Huber
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  • Bei der Afterparty wurde noch lange das Streaming angeschaut und über das Konzert gesprochen. Bild: Ulrike Huber
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In das Album reinhören

Also, friends and neighbours, Fans und Musikjunkies, unbedingt so rasch wie möglich in dieses Album, oder besser noch in dieses Konzert reinhören. Wie in nachstehende Aufzeichnung des Songs «Sospiro Respirato». Nutzt die Zeit und gebt euch den Borrelli auf die Ohren. Und ein grosses «Hallo? Ist da jemand?» an die zuständigen Damen und Herren beim SRF: Hört euch Mario Borrelli und Saki Hatzigeorgiou samt Band an. Denkt daran, dass der kommende Song Contest in Italien stattfindet. Und entsendet für die Schweiz endlich einmal einen Vollblutmusiker mit Können, Herz und viel Energie. Der noch dazu italienisch singt.

Es wurde eine perfekte Live-Übertragung eines perfekten Konzerts. Was nicht ganz selbstverständlich ist bei einer solchen Studio-Live-Session, wo tausende Dinge schiefgehen können. Alle Anwesenden, ob Gäste, Musiker oder Studiopersonal zeigten sich bei der anschliessenden After-Party absolut und ehrlich begeistert. So auch Studio-Mastermind Little Konzett, der in den letzten Jahren schon viele solcher Live-Sessions produziert hat. Ein unvergesslicher Abend. Congratulazioni, Mario!

rheintal24/gmh/uh/Toggenburg24