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Kantone
24.08.2021
24.08.2021 11:24 Uhr

Gastro St.Gallen kritisiert Regierung scharf

Bild: Marlies Thurnheer
Am Freitag wurde bekannt, dass der Kantonale Führungsstab die Ausweitung des Einsatzes des Covid-19-Zertifikates auf die Gastronomie der St.Galler Regierung vorschlagen wird. Nun wehrt sich Gastro St.Gallen gegen den «Missbrauch» der Branche.

«Wir lehnen eine Ausweitung des Covid-Zertifikats auf die Gastronomie grundsätzlich ab. Die Gastronomie hat in den letzten 18 Monaten seit Beginn der Corona-Pandemie einen grossen Beitrag zur Bewältigung der Krise geleistet und wurde durch die zweimalige Schliessung arg gebeutelt», schreibt Gastro St.Gallen am Montag in einer Medienmitteilung.

Gastronomie werde für Impfquote missbraucht

Vehement wehrt sich Gastro St.Gallen gegen die Aussage des Kantonalen Führungsstab, dass die Ausweitung des Einsatzes des Zertifikates dazu führen soll, dass die Impfquote im Kanton St.Gallen gesteigert werden kann. Somit soll nach Ansicht des Führungsstabes die Gastronomie dazu «missbraucht» werden, dass die Impfquote im Kanton St. Galler erhöht werden kann. Die Gastronomie wurde in den letzten Monaten genügend gebeutelt.

«Bis heute konnte nicht nachgewiesen werden,dass die Restaurants Treiber der Pandemie sind. Im Gegenteil:I m Kanton Zürich waren in den letzten Wochen weniger als 0.4 Prozent der Ansteckungsfälle aufdie Restaurants zurückzuführen», heisst es weiter.

Gastro St.Gallen fordert die St.Galler Regierung auf, keine reine St.Galler Verordnung zu erlassen und hier einseitig vorzupreschen. Falls wegen der angespannten Lage im Gesundheitswesen Massnahmen notwendig wären, dann brauche es eine nationale oder zumindest regionale Lösung. Ein Flickenteppich würde zu einer zusätzlichen Wettbewerbsverzerrung führen.

Gastropräsident Walter Tobler spricht Klartext Bild: zVg

Erneute Umsatzeinbussen

Sollte es die Situation erfordern, fordert Gastro St.Gallen die St.Galler Regierung auf, auch andere Massnahmen zu prüfen und den Fokus der Einschränkungen nicht wieder auf die Gastronomie zu legen. Sollte die Regierung wiederum Einschränkungen in der Gastronomie beschliessen, sollten diese vorab mit Gastro St.Gallen abgesprochen sein. Dabei würden insbesondere auch Fragen betreffend Personal und Haftung im Vordergrund stehen. Der Verband sei klar der Meinung, dass das Personal nicht unter die GGG-Regel fallen darf. Zudem dürfe es nicht sein, dass der Wirt gebüsst wird, falls ein Gast ohne gültiges Covid-Zertifikat sich in einem Restaurant befindet.

Allfällige Zugangsbeschränkungen mit einem Covid-Zertifikat bedeuten für die Gastronomie erneute Umsatzeinbussen. Hier fordern wir die Regierung auf,uns gleichzeitig mit der Einführung des Covid-Zertifikates auch die finanziellen Ausgleichzahlungen (wirtschaftliche Unterstützung) zu benennen. «Aufgrund der vielen offenen Fragen und bevor irgendwelche Entscheide fallen, würden wir es daher begrüssen, dass sich eine Delegation der Regierung mit einer Delegation von Gastro St.Gallen trifft, um zu diskutieren, welche Konsequenzen die Massnahmen haben und wie diese allenfalls auch umgesetzt werden können»

Kein Verständnis mehr

Erneute Einschränkungen würden die Dunkelziffervon illegalen Betrieben wieder massiv erhöhen. Die Bevölkerung lasse sich nicht mehr einschränken infolge Covid-19, ist sich der Verband sicher. Der Nachweis der 3G-Regeln bei Veranstaltungen ab 1'000 Personen werde von Gastro St.Gallen unterstützt und könnte allenfalls auf 500 gesenkt werden. Bedingung sei jedoch, dass die Tests nach wie vor gratis angeboten werden müssen. Die Frage der Gleichbehandlung von Veranstaltungen im Restaurant oder im öffentlichen Raum müsste auch geprüft werden. Ein GGG-Regelung in der Gastronomie würde bedeuten, dass dies bei jedem Anlass umgesetzt werden müsste. ln öffentlichen Räumen ist diese Grenze im Innenraum aktuell bei 1'000 sitzend und 250 Personen stehend.

Man sei gespannt auf die Abklärungen bezüglich der Rechtsstaatlichkeit der 3G-Regelung in der Gastronomie. «Ebenso sind wir überzeugt, dass weitere Einschränkungen auf nationaler oder kantonaler Ebene die zweite Covid-19- Abstimmung entsprechend beeinflussen wird.»

mik/pd/rheintal24/Toggenburg24