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Kantone
23.08.2021

Was ist plötzlich mit dem Kanton St.Gallen los?

Kantonsrat Christopher Chandiramani kritisiert das «überstürzte panikartige Handeln» der St.Galler Regierung.
Kantonsrat Christopher Chandiramani kritisiert das «überstürzte panikartige Handeln» der St.Galler Regierung. Bild: zsz.ch
Der Kanton St.Gallen hat bisher bei den Corona-Massnahmen immer zurückhaltend gehandelt, ist noch nie vorgeprescht – bis jetzt! Warum will er plötzlich als erster Kanton der Schweiz die 3-G-Regel einführen?
  • Kommentar von Kantonsrat Christopher Chandiramani 

Der Führungsstab und die St. Galler Regierung planen in den kommenden Tagen im Sinne eines «vorauseilenden Gehorsams» die Einführung eines obligatorischen Covid-Zertifikats (3G-Regel) für Versammlungen, Veranstaltungen, Events und auch Restaurantbesuche. Überrascht hat dies, weil unser Kanton bei Corona-Massnahmen immer zurückhaltend gehandelt hat und bisher noch nie vorgeprescht ist.

Überstürztes Handeln

Eine allgemeine direkte oder indirekte Impfpflicht über Zertifikate und Ausweise sowie Diskriminierungen sind abzulehnen. Sie sind nicht zielführend und stehen ohnehin juristisch auf dünnem Eis. Es konnte noch nie nachgewiesen werden, dass Restaurants Corona-Hotspots sind. Strengere Massnahmen sind hier ein Angriff auf den einzelnen Berufszweig der Wirte. Zwischenmenschliche Kontakte bei Kaffee oder einem Feierabendbier dürfen in einer Demokratie nicht behindert werden.

Zu kritisieren gilt auch das überstürzte panikartige Handeln unserer Regierung. Vergessen wurde auch, dass trotz oder wegen Verschärfungen in der Vergangenheit – Masken und Impfen – die Fallzahlen und Spitaleinweisungen jeweils gestiegen sind, also das pure Gegenteil erreicht wurde. Es darf auch nicht sein, dass sich Bund und Kantone immer wieder den «Schwarzen Peter» der Verantwortung gegenseitig zuschieben.

Wo ist die Verhältnismässigkeit?

Betrachtet man die Situation aus analytischer Sicht, betreffen Corona-Infektionen bisher lediglich zwei Prozent der Bevölkerung, mit einer Dunkelziffer (nicht gemeldete leichte Fälle) von weiteren geschätzten zwei Prozent. Auf jeden Fall ist jede Krankheitsfall schlimm, aber eigentlich noch keine echte Epidemie oder Pandemie. Aber so betrachtet werden 96-98 Prozent des Volkes bevormundet, entrechtet, bestraft, gebüsst, in die Arbeitslosigkeit geschickt. Es wurden ganze Existenzen vernichtet, speziell im Bereich Tourismus und im Gastgewerbe. Das ganze kostet den Staat Milliarden an Hilfsgeldern auf Kosten der Steuerzahlenden.

Lange dauerndes Notrecht

Seit fast anderthalb Jahre beschäftigt uns die Corona-Krankheit und behördliche Massnahmen schränken unser Leben ein. Aufgeschreckt durch die Corona-Hotspots, Geschehnisse in Bergamo (I), Ischgl (A), Brasilien, Indien usw. wurden die Massnahmen schrittweise verschärft wie beispielsweise Reiseverbot, Maskenpflicht und Impfungen. Mit den Lockerungen tun sich der Bundesrat und die Kantonsregierungen sehr schwer, alles wird immer wieder hinausgeschoben. Restaurantbesuche sind erst seit wenigen Wochen wieder erlaubt, sollen aber in Kürze durch die 3-G-Rege neu eingeschränkt werden. Der Widerstand in der Bevölkerung nimmt zu, es wird laufend mehr demonstriert, das nennt man «Corona-Müdigkeit». Die bürgerlichen Parteien fordern die Rückkehr zur Normalität, Linksparteien sind noch einverstanden mit der bisherigen Praxis.

Unbekannte Nebenwirkungen

Der Staat hat Informationspflichten, muss auch die medizinische Infrastruktur zur Verfügung stellen und entschädigen, wenn Menschen durch staatliche Massnahmen wirtschaftlich geschädigt wurden. Das wurde teilweise auch gemacht. Die Entschädigungen waren jedoch unzureichend. Wir haben auch noch keine Langzeiterfahrungen bezüglich der Nebenwirkungen von Impfungen und wissen nicht, warum die Hersteller sich von jeglicher Entschädigung durch Impfschäden vertraglich befreit haben sollen. Unklar ist auch, warum bei den Kindern, welche kaum Symptome zeigen, eine derart aggressive Impfkampagne läuft.

Sinnvolle Präventivmassnahmen

Bakterien und Viren soll man immer ernst nehmen. Ein «konservatives Vorgehen» mit Händewaschen und Desinfizieren, häufigeres Duschen, gelegentlichen antiseptischen Mundspülungen, genügend Schlaf und vitaminreiche Nahrung für ein stärkeres Immunsystem sind sicher richtig; ebenso das Vermeiden von Menschenansammlungen und nahen Körperkontakten. Aber über eine Impfungen und deren Risiken soll jedermann selber entscheiden.

Christopher Chandiramani, Kantonsrat und freier Mitarbeiter Linth24/Toggenburg24