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19.08.2021

Welcher Kanton hat den besten Dialekt?

Worst oder Wurst?
Worst oder Wurst? Bild: zVg
Im Kampf der Kantone messen sich die Kantone der Schweiz untereinander. Wem liegt der eigene Dialekt besonders am Herzen?

Die Schweizer Dialektsammlung ist ein schweizweites Forschungsprojekt für die Sammlung von Mundart-Aufnahmen. Dafür wird eine Webapplikation verwendet, mit der freiwillige Nutzer Audioaufnahmen erstellen und überprüfen können. 

Um 100'000 Aufnahmen von verschiedenen Dialekten konnten bislang gesammelt werden. Am Stichtag 27. August 2021 wird der Sieger-Kanton gekürt. Dabei wird berücksichtigt, wie viele Aufnahmen aus dem Kanton stammen, wie gut deren Qualität ist - und natürlich auch wie viele Personen überhaupt in dem Kanton leben.

St.Gallen auf Platz 9

St.Gallen hat sich längst im Mittelfeld der Rangliste eingefunden und liegt derzeit auf dem neunten Platz. Ein starker Vorstoss des Kantons Schwyz drängte St.Gallen kurzzeitig an das Ende der Top 10, doch St.Gallen holte die Konkurrenz schnell wieder ein. Der Abstand zwischen St.Gallen und Schwyz beträgt nun aber weniger als 100 Punkte. St.Gallen muss sich weiter steigern, wenn es sich vom ambitionierten Rivalen Schwyz absetzen will. Aktuell auf Platz 1 liegt der Kanton Wallis, gefolgt von Zürich und Graubünden. Hier können Sie mitmachen.

Projekt dient zu Forschungszwecken

Deutschschweizer können oft mit sprachverarbeitenden Systemen nicht einfach sprechen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Bei Schweizer Mundart von Aargau bis Zug versteht die Software in der Regel nur Bahnhof. Das liegt daran, dass Systeme für die Verschriftlichung gesprochener Sprache (Speech-to-Text) grosse Mengen an Trainingsdaten benötigen, das heisst Audioaufnahmen und die dazugehörigen Transkripte.

Für Schweizerdeutsch gibt es bisher nicht genug Daten, um entsprechende Computerprogramme zu trainieren. Die Schweizer Dialektsammlung will deshalb mit Hilfe der Schweizer Bevölkerung einen solchen Datensatz erstellen.

Freiwillige Nutzer übersetzen hochdeutsche Sätze in natürliche Mundart und sprechen sie, oder überprüfen die Aufnahmen anderer Nutzer. Die Ergebnisse werden für Forschungszwecke veröffentlicht und können genutzt werden, um Systeme für die Verschriftlichung gesprochener Mundart zu entwickeln.

 

mik/stgallen24/Toggenburg24