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Kantone
10.08.2021
11.08.2021 15:48 Uhr

Das St. Galler Gesundheitsdepartement handelt kurzsichtig und unüberlegt

Bild: Pixabay/Markus Winkler
Gross war die Aufregung, als in der vergangenen Woche mehrere Schweizer Zeitungen über den Impfbüchlein-Skandal im Kanton St. Gallen berichteten. Denn im Gegensatz zu allen anderen Kantonen weigert sich der Kanton St. Gallen standhaft, in einem Impfzentrum verabreichte Impfungen im gelben Impfbüchlein der WHO einzutragen.

Bevölkerung hat kein Verständnis

Liest man die Kommentare unter den verschiedenen Artikeln durch, zeigt sich ein eindeutiges Bild: Das Verständnis der Bevölkerung über das Verhalten des Gesundheitsdepartements geht gegen null. Es fallen Worte wie "bodenlose Frechheit", "rückständiger Kanton", oder "inkompetente Regierung". Die Kritik am St. Galler Gesundheitsdepartement ist mehr als gerechtfertigt, denn anscheinend ist dem Gesundheitsdepartement und ihrem Vorsteher Bruno Damann nicht bewusst, dass das Covid-Zertifikat nur innerhalb der EU und des Schengenraums akzeptiert wird. Will man in ein anderes Land einreisen, ist das Covid-Zertifikat wertlos. Hingegen wird das gelbe Impfbüchlein der WHO in über 190 Staaten und somit praktisch weltweit als offizieller Nachweis einer Covid-Impfung anerkannt. Durch ihr völlig realitätsfernes Verhalten sorgt das St. Galler Gesundheitsdepartement unter der Leitung von Bruno Damann dafür, dass die St. Galler und St. Gallerinnen in Zukunft nur noch innerhalb des Schengenraums reisen können. 

Beratungsresistent und Unfähigkeit mit Kritik umzugehen

Obwohl die St. Galler Regierung als Folge der Berichterstattung massiv unter Druck geriet, blieb sie stur und weigert sich bis heute, die Impfung auch im Impfbüchlein der WHO einzutragen. Unfähig mit Kritik umzugehen, Fehler einzugestehen und eine bessere Lösung zu finden, entfernt sich die St. Galler Regierung immer mehr von der Bevölkerung. Es ist nicht das erste Mal, dass die Regierung weiten Teilen der Bevölkerung vor den Kopf stösst. So hat sie bereits durch ihr intransparentes Verhalten in der Debatte um das Spital Wattwil das Vertrauen der Toggenburger Bevölkerung verloren. Der Vorsteher des Gesundheitsdepartements, Regierungsrat Bruno Damann, wird nächstes Jahr 65 Jahre alt. Zu hoffen bleibt, dass es seinem Nachfolger gelingt, die St. Galler Regierung wieder näher ans Volk zu bringen.

 

Gabriel Baal/Toggenburg24