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Kultur
24.07.2021

St.Galler Festspiele nur noch alle zwei Jahre

2022 und 2024 findet keinen Oper statt.
2022 und 2024 findet keinen Oper statt. Bild: zVg
Ab 2023 soll die Oper der St. Galler Festspiele nur noch alle zwei Jahre stattfinden. Dies hat die Kantonsregierung in einer Konzession bis 2026 beschlossen.

Wenn am Klosterplatz im Frühjahr riesige Objekte mit dem Kran hin und her transportiert werden, laut gehämmert wird, ein Kind «lueg mol» ruft, dann wissen St. Galler, dass hier gerade die nächste Oper der St. Galler Festspiele entsteht, und man fragt sich, welchen Streich sich das Theater wohl dieses Jahr überlegt hat.

Ab 2023 soll damit aber Schluss sein – zumindest jährlich. Die Regierung des Kantons hat der Genossenschaft Konzert und Theater St. Gallen eine neue Konzession für die Durchführung der St. Galler Festspiele bis 2026 erteilt, wie das «St.Galler Tagblatt» schreibt. Demnach soll 2024 und 2026 keine Oper stattfinden.

«Besucher werden eingeschränkt»

Doch wieso dieser Entscheid? Wie der Kanton kommuniziert, haben man so einen Ausgleich der zwischen den verschiedenen Nutzungsinteressen gefunden. Der Klosterplatz soll als zentraler Ort des städtischen Lebens in angemessenen Umfang für Veranstaltungen zur Verfügung stehen, andererseits soll die Nutzung durch die Besucher nicht eingeschränkt werden.

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  • Aufbau der St.Galler Festspiele 2021. Bild: Miryam Koc
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Zeit des Umbruchs

Bereits 2018 reichte der SVP-Politiker Erwin Böhi die einfache Anfrage mit dem Titel «St.Galler Festspiele beeinträchtigen Stiftsbezirk als Weltkulturerbe» ein. Er wollte wissen, ob die Regierung bereit sei zu veranlassen, dass die St.Galler Festspiele in Zukunft an einem geeigneteren Ort durchgeführt würden, um damit dem Stiftsbezirk den notwendigen Respekt als Weltkulturgut tatsächlich zukommen zu lassen. Damals liess ihn die Regierung abblitzen.

Hat der Sinneswandel etwas mit Böhis Motion zu tun? Nein, betont die Regierung im Tagblatt: «Die Überprüfung und Verlängerung der Konzession ist im Rahmen des ordentlichen Rhythmus erfolgt und wurde nicht durch die Motion ausgelöst.»

Der bisherige geschäftsführende Direktor Werner Signer wird nach 23 Jahren auf das Ende der Spielzeit 2022/2023 hin pensioniert. Bild: LEADER

2023 Jahr des Umbruchs

Geschäftsführender Direktor des Theaters Werner Signer sagt, dass er zwar im ersten Moment vom Entscheid getroffen war, aber dankbar ist, dass die Festspiele 16 Jahre auf dem Klosterplatz stattfinden können – und das überwiege. 2023 ist das Theater St. Gallen von einem Umbruch geprägt: Signers Abtritt, die Totalsanierung des Theatergebäudes – und nun eben die neue Regelung für die Festspiele. Wie damit umgegangen wird, steht noch in den Sternen, und hängt auch von der neuen Theaterdirektion ab, die erst noch gefunden werden muss. 

mik/stgallen24/Toggenburg24