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Kultur
14.07.2021

«Die Lust auf Livekultur ist ungebrochen»

Der Event gehört zu den ersten Grossveranstaltungen, der wieder durchgeführt wird.
Der Event gehört zu den ersten Grossveranstaltungen, der wieder durchgeführt wird. Bild: PD
Die 16. St.Galler Festspiele präsentierten eine Oper, die für grosses Interesse und begeisterten Stimmen aus der ganzen Schweiz sorgte. Einen kleinen Dämpfer gab es trotzdem – und das war nicht Corona.

Das Theater St.Gallen war fest entschlossen seine Festspiele unter freiem Himmel im Jahr 2021 durchzuführen – und das obwohl man lange nicht wusste, was wegen Corona geht und was nicht. Der Plan ging aber auf, und so wurde in wenigen Wochen die Bühne für die Oper «Notre Dame» von Franz Schmidt mit Platz für 1000 Zuschauer im Klosterhof auf die Beine gestellt. Damit gehörte das Event zu den ersten Grossveranstaltungen, die 2021 wieder möglich waren.

Positives Echo

Die Geschichte vom buckligen Glöckner Quasimodo und seiner unglücklichen Liebe zur schönen Esmeralda wurde mehrfach verfilmt und als Oper sowie Musical auf die Bühne gebracht. Der österreichische Komponist Franz Schmidt schrieb zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine spätromantische Oper über diesen Stoff. Regie führt Carlos Wagner, er hat im Klosterhof zuletzt 2015 die Verdi-Oper «I due Foscari» inszeniert.

Werner Signer ist Geschäftsführender Direktor der Genossenschaft Konzert und Theater Bild: LEADER

Petrus war mürrisch

«Wir sind glücklich, dass wir nach der schmerzlichen Absage vor einem Jahr die Festspiele diesmal wie geplant durchführen konnten – und ebenso, dass sie auf grosses Interesse stiessen. Die Lust auf Livekultur ist ungebrochen. Die Festspieloper Notre Dame von Franz Schmidt hat begeistert und war eine echte Entdeckung, entsprechend gross waren die Nachfrage nach Tickets und das nationale  und internationale Medienecho», sagt Werner Signer, Geschäftsführender Direktor Konzert und Theater St.Gallen.

Insgesamt fanden fünf Vorstellungen statt, die fast immer ausverkauft waren. Besetzt werden durften zwei Drittel der Zuschauerkapazität – also 666 Plätze. Die Nachfrage war so hoch, dass zwei Zusatzvorstellungen angesetzt wurden. Leider habe sich am Ende Petrus nicht mehr an das Wunsch-Drehbuch des Theaters gehalten und die Partitur sehr eigenwillig interpretiert und so musste die letzte Vorstellung am Samstagabend wegen eines aufziehenden Gewitters abgebrochen werden. «So bleibt als Wermutstropfen das sehr unstabile und unberechenbare Wetter. Aber das mag sinnbildlich sein für die ganze Saison mit ihren coronabedingten Einschränkungen: Immer wieder drängten sich andere Themen als die Kunst in den Vordergrund», so Signer.

mik/stgallen24/Toggenburg24