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Kolumne
25.06.2021

Aktienbörsen: Konsolidierung auf hohem Niveau

Christopher Chandiramani beobachtet zurzeit schwankende Gefühle bei den Anlegern. Bild: Linth24
Auf den Optionenverfall von Ende letzter Woche folgte anfangs eine nächste Korrektur, doch in der zweiten Wochenhälfte nahm das Tempo wieder zu. Sehr viele Verluste wurden wieder aufgeholt.

Nach dem Optionenverfall am Freitag der Vorwoche kam es zunächst zu einer weiteren Korrektur, vor allem bei den grosskapitalisierten Werten spürte man den «Rückwärtsgang». Jedoch ab Donnerstag beschleunigten die Investoren wiederum ihr Tempo. Der SMI rückte nahe heran an den Rekord von 12'000 Punkten. Die meisten Verluste wurden teilweise wieder aufgeholt.

Schwankende Gefühle bei den Anlegern

Die Gefühle der Anleger schwanken zurzeit zwischen Inflations- und Zinsängsten einerseits sowie Wirtschaftswachstum und fallenden Corona-Fallzahlen andererseits. Zwar werden momentan viele Produkte teurer, speziell Rohstoffe, Immobilien und Baumaterial, aber die US-Notenbank FED beruhigt, betrachtet das Phänomen als vorübergehend, was vorläufig keine Zinserhöhungen notwendig machen soll. Ähnlich äussert sich die Schweizerische Nationalbank SNB. Auch sie hält an der expansiven Geldpolitik fest.

Die Gewitter- und Hagelschäden der vergangenen Tage in der West- und Zentralschweiz haben Schäden von geschätzt CHF 200 Mio. verursacht, zumeist an Fahrzeugen und Gebäuden. Es waren flächenmässig die grössten Unwetter seit acht Jahren.

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz setzt sich für gute Beziehungen zwischen der Schweiz und Europa ein. Er möchte die Schweiz auch nach der Ablehnung des EU-Rahmenabkommens prioritär auf die Agenda für den EU-Gipfel traktandieren.

Der Bundesrat kündigt ab Samstag weitere Lockerungen der Corona-Massnahmen an. Masken sollen fallen, insbesondere im Aussenbereich, und die Grossveranstaltungen sollen wieder besucht werden können. Verschärfungen in Israel und Australien wegen der Deltavariante haben diesen Entscheid nicht beeinflusst.

Unternehmensnachrichten

Am Montag berichtete das Schweizer Fernsehen über die Batteriefabrik Leclanché in Yverdon. Mit einer neuen Linie will die Gesellschaft die Produktion von Lithiumbatterien forcieren und wieder schwarze Zahlen schreiben. Das Unternehmen peilt dank spezieller Robotertechnologie eine sechsmal höhere Produktion an. Die Aktie der kleinen kotierten Gesellschaft legte fast 15 Prozent zu.

Ebenfalls einen Kurssprung machten die Aktien des Zürcher Oberländer Laborgeräte-Herstellers Tecan. Das Unternehmen übernimmt den amerikanischen Medizinalgeräte- und Instrumentenhersteller Paramit für rund eine Milliarde US-Dollar. Analysten sprechen von einem Meilenstein. Mit der Akquisition verdoppelt Tecan sein Marktpotenzial um 13-15 Milliarden CHF.

Unter Druck gerieten aber die Aktien des Maschinenbauers Klingelnberg. Die Gesellschaft gab einen Umsatzrückgang bekannt und verzichtet auf die Dividende.

Die Immobiliengesellschaft Peach Property stockt das Volumen einer Wandelanleihe auf 180 Mio. Franken auf. Die Anleihe wird zu 2.50 Prozent verzinst.

Der Technologiekonzern Ascom hat mit der Universitätsklinik Bonn einen Vertrag abgeschlossen. Dieser beinhaltet die Lieferung von Myco 3 Smartphones sowie Applikationslösungen zur Optimierung im Pflegebereich.

Bei der Credit Suisse erklärt sich der Kursanstieg, weil Marktbeobachter eine grössere Reorganisation erwarten.

Aussichten: Die Zukunft des Bargeldes

Eine Umfrage der SNB hat ergeben, dass Bargeld immer noch häufig gebraucht wird. Das beliebteste Zahlungsmittel bleibt CHF in Metall- oder Papierform.

Allerdings hat das bargeldlose Zahlen durch die Corona-Krise an Bedeutung gewonnen, speziell durch Kreditkarten und/oder Bezahl-Apps. Von rund 2'000 befragten Personen gaben 97 Prozent an, weiterhin Bargeld für die täglichen Ausgaben zu halten, 78 Prozent sind im Besitz einer Kreditkarte.

Aber genutzt wird Bargeld mit abnehmender Tendenz. Während vor vier Jahren noch 70 Prozent der Zahlungen mit Bargeld erfolgten, waren es im Corona-Jahr 2020 nur noch 43 Prozent. Die Lockdowns (geschlossenen Läden) haben die Gewohnheiten beeinflusst. Bargeld wird heute überwiegend noch fürs Bezahlen von Kleinstbeträgen genutzt – Kiosk, Restaurant, Parkgebühren usw.

Trotz abnehmender Bedeutung hält die SNB noch lange am Bargeld fest, auch an der Ausgabe von grossen Banknoten, sie hat jedoch weiterhin kein Interesse an Kryptowährungen.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst und freier Mitarbeiter Toggenburg24