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07.06.2021
07.06.2021 17:12 Uhr

Wie stehen die Gemeinden zur Fusion?

Bald eine Gemeinde mit einem neuen Wappen?
Bald eine Gemeinde mit einem neuen Wappen? Bild: Toggenburg24
Hemberg, Oberhelfenschwil und Neckertal stimmen am 13. Juni 2021 über die Fusion der drei Gemeinden ab. Toggenburg24 hat die Gemeinden angefragt, was die Bevölkerung zur Fusion meint.

Gemeinde Neckertal, Vreni Wild, Gemeindepräsidentin:

Sind Sie überzeugt, dass die Bevölkerung einer Einheitsgemeinde zustimmt?

Überzeugt kann man bei einer Abstimmung nie sein, aber ich rechne doch mit einem JA-Anteil von 60 Prozent. Es braucht dazu aber das JA von allen drei Gemeinden. Die Fusion ist gut vorbereitet und ich glaube, dass wir den Bürgerinnen und Bürger aufzeigen konnten, wie die neue Gemeinde aussehen dürfte.

Hat es im Vorfeld Diskussionen gegeben oder war allen klar, dass das die beste Lösung sein wird? 

In Corona Zeiten war es etwas schwierig, die Befindlichkeiten der Bevölkerung zu erfassen, aber ich habe öfters gehört, dass keine sachlichen Gründe gegen eine Fusion sprechen. Wir haben alle positiven, aber auch die negativen Punkte einer Fusion angesprochen.

Wenn Anmerkungen dagegen waren, um was ging es bei denen?

Am Ehesten ging es um persönliche Befindlichkeiten: grössere Distanz zum Gemeindehaus, das Gemeindewappen gefällt nicht, kleinerer Einfluss des Dorfes im Gemeinderat usw. Das kannte ich aber schon von der letzten Fusion her. Ich sehe aber, dass diese Themen in der bisherigen Gemeinde Neckertal keine grossen Wellen mehr werfen.

Gemeinde Hemberg, Christian Gertsch, Gemeindepräsident Hemberg zu den drei oben genannten Fragen:

Die besondere Pandemielage erschwerte leider eine öffentliche Diskussionskultur, um vertiefter allgemeine, wie auch besondere Themen wie die Bildung der Einheitsgemeinde behandeln zu können. Dennoch fand am 10. Juni 2021 eine digitale Fragestunde statt. Hier zeigte es sich, dass sich die Teilnehmenden sehr mit der Thematik auseinander gesetzt haben, und den Behördenmitgliedern eine insgesamt positive Rückmeldung gegeben haben.

Ein Nein würde überraschen

So bin ich persönlich überzeugt, dass die Stimmbürger*innen die Vorteile einer Einheitsgemeinde durchaus sehen, und es würde mich eher überraschen, wenn die Vorlage nicht auf eine Zustimmung stossen würde. Eine Ablehnung zeichnet sich für Hemberg im Vorfeld bisher nicht ab. So wurden in der Fragestunde vor allem konkrete Anliegen formuliert, welche auch beantwortet werden konnten.

Einheitsgemeinde positiv für Projekte

In Hemberg betraf es zum Beispiel eine Frage zur geplanten Mehrzweckhalle. So spielt die Mehrzweckhalle bei den aktuellen Entschuldungsbeiträgen keine Rolle. Die Gemeinde Hemberg hat in den letzten Jahren zudem finanzielle Mittel für den Bau der Halle zurückgelegt. Dennoch wird sich eine allgemeine Entschuldigung im Zusammenhang mit der Bildung einer Einheitsgemeinde grundsätzlich positiv auf neue Projekte auswirken.

 

Gemeindepräsident von Oberhelfenschwil, Toni Hässig, gibt uns zu unseren Fragen folgende Antworten:

Sind Sie überzeugt, dass die Bevölkerung einer Einheitsgemeinde zustimmt?

Im Juni 2019 haben alle drei Gemeinden an einer Grundsatzabstimmung mit einem Ja-Anteil von über 70 Prozent der Einleitung eines Vereinigungsverfahrens zugestimmt. Die drei beteiligten Gemeinden und die drei Schulgemeinden haben bei der Erarbeitung des Vereinigungsbeschlusses von Beginn weg am gleichen Strick in die gleiche Richtung gezogen. Wir sind überzeugt, dass die neue Einheitsgemeinde Neckertal die richtigen Strukturen für eine gemeinsame und erfolgreiche Zukunft erhält. Das Resultat der Abstimmung wissen wir am nächsten Sonntag.

Hat es im Vorfeld Diskussionen gegeben oder war allen klar, dass das die beste Lösung sein wird?

Der Mitwirkungsprozess der Bevölkerung hat sich unter Corona schwierig gestaltet. Diskutiert werden konnte deshalb wenig. Aus den Ergebnissen des Vernehmlassungsverfahrens kann abgeleitet werden, dass nur kleinere Differenzen in Sachthemen vorhanden sind, die Einheitsgemeinde aber unbestritten ist.

Wenn Anmerkungen dagegen waren, um was ging es bei denen?

Anmerkungen gegen die Gemeindevereinigung wurden öffentlich nicht geäussert, es gab aber Anregungen zu einzelnen Themen. Diskutiert wurde zum Beispiel über die Gestaltung des neuen Wappens und das Organigramm der neuen Einheitsgemeinde welche nicht wie bisher mit einem Schulrat, sondern mit einer Schulkommission die Zukunft angeht. Ein weiteres Thema war die Ausgestaltung des öffentlichen Verkehrs in der neuen Gemeinde.

Patricia Rutz/Toggenburg24