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31.05.2021

Linthgebiet-Gemeinde ködert Impfwillige mit Gutscheinen

Die Gemeinde Lachen bietet ihren geimpften Mitarbeitern Gutscheine an - aber nicht allen mit gleich hohen Beträgen.
Die Gemeinde Lachen bietet ihren geimpften Mitarbeitern Gutscheine an - aber nicht allen mit gleich hohen Beträgen. Bild: zdf.de
Die Angestellten einer Linthgebiet-Gemeinde sollen sich als Beitrag zur Eindämmung der Pandemie impfen lassen. Als Belohnung erhalten sie Einkaufsgutscheine von 100 oder 200 Franken. Die Kritik wird nicht ausbleiben.

Seit Kurzem kursiert ein Schreiben aus der Personalabteilung der Gemeinde Lachen. Der Inhalt ist eher überraschend: Der Gemeinderat habe beschlossen, Mitarbeitende, welche sich bis zum 31. August vollständig gegen das Coronavirus geimpft haben, mit Geschenkgutscheinen zu unterstützen. Gegen das Vorweisen des Impfausweises oder eines Arztzeugnisses erhalten die Angestellten einen Einkaufsgutschein von Lachen Village. Einmal pro Monat sollen die Gutscheine an Geimpfte abgegeben werden.

Nicht für alle gleich viel 

Bei dieser Aktion unterscheiden die Verantwortlichen zwischen den Mitarbeitenden der Verwaltung und Lehrpersonen sowie den Mitarbeitenden des Alters- und Pflegeheims Biberzelten. Erstere sollen 100 Franken erhalten beziehungsweise bei Teilzeit-Mitarbeitenden den entsprechenden Anteil. Die Beschäftigten in der «Biberzelten» sollen gleich in den Genuss von 200 Franken kommen, beziehungsweise je nach Pensum anteilsmässig berücksichtigt werden. Die Begründung für den höheren Betrag lautet, der Impfschutz komme den besonders gefährdeten Bewohnerinnen und Bewohnern zugute. Unterschrieben ist das Schreiben von Sibylle Bless, Leitung Personal, Heinz Näf, Leitung APH -Biberzelten und Claudia Valsecchi, Leitung Gemeindeschule.

Starthilfe für Unentschlossene?

Ob das Schreiben die gewünschte Wirkung entfalten wird? Oder ob daraus explosive Diskussionen entstehen? Vielleicht lassen sich die Unentschlossenen tatsächlich impfen, kaum aber die Impfgegner. Bei jenen kann die Aktion kontraproduktiv wirken und als Druck zu einer Art von Impfpflicht empfunden werden.

Im Kanton Schwyz gibt es offenbar keine weiteren Beispiele, in denen mit Steuergeldern das Impfen gefördert wird. Aber es gibt vermehrt Firmen und Organisationen, die sich für das Impfen ihrer Angestellten ebenfalls in Form von Gutscheinen oder Vergünstigungen erkenntlich zeigen.

Johanna Mächler, Linth24/March24/Toggenburg24