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Kolumne
01.04.2021

Aktienbörse: Erholung nach Hedge-Fonds-Schock

Zunehmende Beruhigung an der Zinsfront und Erholungsanzeichen der Wirtschaft sorgten laut Christopher Chandiramani für ein versöhnliches Ende.
In der verkürzten Börsenwoche schreckte eine zweite Verlustwelle im Credit-Suisse-Fondsgeschäft Investoren auf. Dank Meldungen aus Zinsfront und Wirtschaft endete der Handel vor Ostern versöhnlich.

Zu Wochenbeginn riss die Meldung eines zweiten Milliardenlochs bei Hedge-Fonds, kürzlich Greensill und jetzt Archegos, den CS-Aktienkurs um zeitweise mehr als 15 Prozent in die Tiefe, unter 10 CHF.
Dieser Schock riss auch andere Bankaktien in die Tiefe. Es fanden Umschichtungen in andere Branchen statt. Aber nach dem Quartalsende beruhigte sich die Situation.

In den USA sind die Treasury Bills wieder tiefer bzw. die Anleihenszinsen für längerfristige Staatsanleihen wieder gefallen. Ein neues 2.25 Billionen Investitionsprogramm von Joe Biden stiess zunächst auf wenig Begeisterung, weil es durch höhere Unternehmenssteuern finanziert werden soll.
Höhere Produktionszahlen in den USA und Asien deuten auf eine weitere wirtschaftliche Erholung hin.

Der Erdölpreis erreichte vorübergehende Rekorde, weil der Suezkanal immer noch durch das grosse Containerschiff «Ever Given» beeinträchtigt ist. Zwar ist das blockierende Schiff wieder freigelegt, bis aber die grosse Handelsstrasse wieder ungehindert passierbar ist, braucht es Zeit.

Die Corona-Abwehrstrategie mancher Staaten bleibt konfus. Frankreich und Italien verschärfen die Massnahmen wieder, speziell auch Brasilien. Andere Länder wollen nach Ostern lockern.  

Unternehmensmeldungen

Der Nahrungsmittelmulti Nestlé hat den Verkauf des nordamerikanischen Wassergeschäfts abgeschlossen und 4.5 Mrd. USD von lokalen Finanzinvestoren erhalten.

Auch der Zementkonzern LafargeHolcim hat das Übernahmeprozedere von Firestone Building Products beendet.

Die Aktien des Riechstoff- und Aromaherstellers Givaudan handelten in der Berichtswoche Ex-Dividende, ebenso ABB, wo das Management eine deutliche Belebung im frühzyklischen Geschäft erwartet.

Lonza hat zwei Standorte in Frankreich und Grossbritannien verkauft und bietet der Schweiz weiterhin eine Erhöhung der Produktion von Corona-Impfstoff an.

Der Industriekonzern Conzzeta trennt sich von Foamparter, verkauft an belgische Recitel.

Der Warenprüfkonzern SGS akquiriert in Honkong. Zum Übernahmepreis wurden aber keine Angaben gemacht.

Aussichten: Wie sicher sind unsere Banken?

Die systemrelevanten Schweizer Grossbanken haben Rettungspläne, vgl. die staatliche Stützung der UBS im Jahre 2008 nach einem absoluten Notfall. Kunden kommen nicht zu Schaden, höchstens die Aktionäre verlieren Geld.
Auch wenn der neue Milliardenverlust der CS noch nicht bekannt ist – man spekuliert über knapp zweistellige Milliardenschäden – scheint es für die Bank verkraftbar zu sein. Jedoch Aktienrückkaufsprogramm und Dividende könnten vermutlich tiefer ausfallen. Die rasche Börsenerholung ist somit erklärbar.

Wo aber in Zukunft Gefahren lauern, das gilt für die Kryptowährungen. Hier gibt es keine staatlich kontrollierte Börse. Das Geschäft ist intransparent, nicht analysierbar. Es gibt immer mehr Händler, auch viele unseriöse, welche Kleinanleger zu hintergehen versuchen.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst und freier Mitarbeiter Toggenburg24