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Kanton
23.02.2021

Ausstellung zu Sharing im Kunst(Zeug)Haus

Die Ausstellung «sharity – teilen, tauschen, verzichten» ist ab dem 28. Februar bereit und wird zugänglich, sobald die Museumsöffnung erlaubt ist. Bild: Kunst(Zeug)Haus
Die Ausstellung hinterfragt, warum wir was teilen, und wann die Bereitschaft zum Teilen aufhört. Ist Teilen nur so lange attraktiv und trendy, bis auf etwas verzichtet werden muss?

Angetrieben durch die Digitalisierung und die damit einhergehende einfache Vernetzung, teilen wir seit einigen Jahren mehr als je zuvor. Wir teilen Besitztümer, Erlebnisse, Lebensräume oder Gedanken. Die aktuellen Diskussionen zum Klimawandel und zur Ressourcenverknappung lassen das Teilen von einem ehemals selbstverständlichen Tun zu einer bewusst vollzogenen Lebensweise werden. Teilen und Tauschen werden als Möglichkeiten betrachtet, einen Beitrag zu einer gesellschaftlichen Transformation und zu einem postmaterialistischen Lebensstil zu leisten. Der Megatrend «Sharing» ist mit dem Anspruch der Nächstenliebe und Fürsorge – der «Charity» – verbunden und will die Welt verbessern.

Lifestyle des Sharings

Der Lifestyle des «sharings» setzt jedoch oft bei Dingen an, die durch den Akt des Teilens materiell nicht weniger werden oder die keinen persönlichen Wert aufweisen. Die Sehnsucht nach physischem Besitz und materieller Sicherheit wird nicht abgelöst durch Bescheidenheit und Verzicht, sondern durch den Luxus der Vielfalt und die Möglichkeit, alles haben zu können. Tauschen und Teilen sind somit oft nur so lange Trends, bis auf etwas persönlich Wertvolles verzichtet werden muss.

«sharity – teilen, tauschen, verzichten»

Die thematische Gruppenausstellung «sharity – teilen, tauschen, verzichten» im Kunst(Zeug)Haus hinterfragt, aus welchen Gründen wir was teilen und wie sich unsere Gesellschaft dadurch verändert. Wann passt Teilen in Ihren Lebensstil und wo macht es für Sie Sinn, zukünftig (mehr) zu teilen?

Die leeren Hefe- und Toilettenpapier-Regale zur Blüte der Corona-Raffgier stehen wohl noch vielen vor dem inneren Auge und fügen der Ausstellung «sharity – teilen, tauschen, verzichten» eine weitere Aktualitätsebene hinzu. Diese war für 2020 angedacht und musste aufgrund der coronabedingten Museumsschliessung in das Jahr 2021 verschoben werden.

Rahmenprogramm & Kunstvermittlung

Das Rahmenprogramm, welches auf der Webseite des Kunst(Zeug)Haus oder in der Karte zur Ausstellung zu finden ist, geht dem Teilen unter verschiedensten Aspekten nach. Fachexperten diskutieren zu Themen «Share-City» - das Stadtleben von Morgen oder zur Freiwilligenarbeit, es wird eine Sharing-Community-Messe veranstaltet und die Akteure des Zeughausgartens vor dem Kunst(Zeug)Haus diskutieren mit der Künstlerin Carmen Müller über die Bedeutung und Auswirkung solcher Gemeinschaftsgärten. Rund 15 Veranstaltungen und Führungen thematisieren das Teilen, das Tauschen und Verzichten vielseitig. Über die Form der Durchführung informieren wir kurz vor den Terminen auf unserer Webseite und mit unserem Newsletter.

Mitten in der Ausstellung befindet sich der «Workspace» von artefix kultur und schule. Das Kunstvermittlungsteam setzt sich mit den Schulklassen mit Werken zu diesem brandaktuellen Thema stufengerecht auseinander und vertieft geteilte Gedanken im sharity-Workspace inmitten der Ausstellung. Es wird geteilt, getauscht und verzichtet - der sharity-Workspace wird am Ende sicher anders aussehen als am Anfang!

Mittels Solarenergie erschafft Almira Medaric eine Art überdimensionale Batterie, welche mit dem Tagesablauf ihr Aussehen verändert. Bild: Kunst(Zeug)Haus

In der Reihe «Seitenwagen»: Almira Medaric: Neon

In der Reihe «Seitenwagen» wird zeitgleich die Ausstellung «Neon» der Künstlerin Almira Medaric (*1992 in Doboj) eröffnet. Mittels Solarenergie erschafft die in Frauenfeld lebende und arbeitende Nachwuchskünstlerin eine Art überdimensionale Batterie. Im Raum montierte LED-Röhren werden via Solarpanels Leuchten gebracht. Übersetzt wird die tatsächlich vorhandene Sonnenenergie. Damit unterläuft Medaric das Konzept jeglicher gewöhnlicher Beleuchtung: Strahlt die Sonne hell, leuchten alle LED-Röhren, ist wenig Sonnenlicht vorhanden, erstrahlen nur wenige Lichtröhren. Eine bereits vorhandene Helligkeit oder Dämmerung wird verstärkt und steht damit im Gegensatz zur alltäglichen Nutzung von Beleuchtung. Über die Dauer der Ausstellung verändert die Installation mit dem Tagesrhythmus ihr Aussehen und macht auf den Menschen und seine – heute kaum mehr vorhandene – Eingliederung in das natürliche Hell und Dunkel des Tagesablaufs aufmerksam.

Idee «Seitenwagen»

Junge Kunstschaffende unter dreissig Jahren erarbeiten für eine halbjährliche Ausstellung in Kooperation mit einem Forschungspartner aus Rapperswil-Jona ein ortsspezifisches oder thematisch mit dem Kooperationspartner verknüpftes neues Werk. Veranstaltungen wie Preview und Vernissage vernetzten die NachwuchskünstlerInnen breit. Die Ausstellung von Almira Medaric entstand in Zusammenarbeit mit der Elektrizitätswerk Jona Rapperswil AG (EWJR), von dessen Fachwissen die Künstlerin und das Kunst(Zeug)Haus profitieren durften. Eine gemeinsame Führung veranstalten das EWJR und das Kunst(Zeug)Haus am Mittwoch, 9. Juni 2021 (Start um 18.30 Uhr beim EWJR, Ende um 20 Uhr beim Kunst(Zeug)Haus.)

Termine

Das Kunst(Zeug)Haus ist ab dem 3.3.2021 wieder geöffnet.
Eröffnungssonntag (freier Eintritt ganzer Tag): 7.3.2021, 11 – 17 Uhr.

Veranstaltungsprogramm: Über die Form der Durchführung informiert das Kunst(Zeug)Haus kurz vor den Terminen auf der Webseite und mit ihrem Newsletter. Die Anlässe im März werden voraussichtlich digital durchgeführt. Bitte informieren Sie sich auf der Webseite.

Kunst(Zeug)Haus