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Wattwil
06.01.2021

Wie sehen Sie die Schulentwicklung für 2021?

Schulgemeinde Wattwil-Krinau (Symbolbilder) Bild: toggenburg24/Web/freie Nutzung
Wir haben nachgefragt, wie es bei einem erneuten Homeschooling in der Region Toggenburg aussehen würde.

Folgende Fragen haben wir dem Schulpräsidenten, Norbert Stieger, von der Schulgemeinde Wattwil-Krinau gestellt.

Wie sehen Sie die Schulentwicklung für 2021? Was sagen Sie dazu, dass man die Kinder wieder ins Homeschooling schicken möchte? So als letzte Möglichkeit, die Pandemie weiter zu stoppen?

Wenn man den Fachleuten Glauben schenken darf, sollen die Schulen nicht die Treiber der Pandemie sein. Eine Schliessung der Schulen könnte deshalb nur dazu dienen, das gesellschaftliche und berufliche «Leben» herunterzufahren.  Die Eltern wären durch die Übernahme zusätzlicher Betreuungsaufgaben gezwungen, sich vermehrt nur mehr im familiären Umfeld zu bewegen.

Wie geht es den Kindern/Jugendlichen im Moment?

Wie es den einzelnen Kindern/Jugendlichen derzeit geht, entzieht sich meiner Kenntnis. Es ist ja erst der zweite Schultag nach den Weihnachtsferien. Allgemein konnten wir aber vor Weihnachten feststellen, dass sich die Schülerinnen und Schüler grundsätzlich recht schnell an die neuen Begebenheiten gewöhnt haben und mit den verfügten Massnahmen grossmehrheitlich pragmatisch umzugehen wussten.

Was heisst eine erneute Schliessung der Schulen für gewisse Kinder?

Wenn immer möglich sollte von einer erneuten Schliessung der Volksschule abgesehen werden. Ein guter Unterricht lebt im Volksschulalter von der persönlichen Präsenz im Unterricht. Die Beziehungsarbeit zwischen den Lehrpersonen und ihren Schülerinnen und Schülern ist eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Unterricht. Die Kinder und Jugendlichen leben von den Interaktionen untereinander, ein noch so guter digitaler Austausch vermag diesbezüglich eine Begegnung mit physischer Präsenz nicht zu ersetzen. Je nach Umfeld und den individuellen Rahmenbedingungen verhindert eine Schulschliessung die (schulische) Chancengleichheit der Kinder und Jugendlichen. Dies gilt besonders dann, wenn eine Schulschliessung mehrere Wochen dauern sollte.

Wir danken Herrn Norbert Stieger ganz herzlich für die Zeit, die er sich genommen hat, unsere Fragen zu beantworten.

Patricia Rutz/Toggenburg24