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Neckertal
05.01.2026

«Silvesterchlausen» – lebendiger lokaler Brauch

Silvesterchlaus. (Symbolbild)
Silvesterchlaus. (Symbolbild) Bild: herisau24.ch / Claudia Vamvas
Das Silvesterchlausen wird vor allem rund um die Ortschaft Bächli gefeiert. Hier ziehen die Silvesterchläuse am 31. Dezember durch die Gegend und verbreiten mit ihren Glocken und Zäuerli Neujahrswünsche. Die Tradition lebt weiter.

Der Alte Silvester hat mit dem Übergang in der Kalendergeschichte zu tun, genauer mit dem Übergang vom julianischen zum gregorianischen Kalender.

Bis ins 16. Jahrhundert galt in Europa der julianische Kalender (eingeführt von Julius Cäsar). Dieser war minimal zu lang (ca. 11 Minuten pro Jahr). Über Jahrhunderte verschob sich dadurch das Jahr gegenüber dem Sonnenstand um 10 bis 11 Tage.

So führte Papst Gregor XIII. den gregorianischen Kalender ein, um die Verschiebung zu korrigieren. Es wurden einfach 10 Tage übersprungen. Der 1. Januar wurde neu festgelegt.

Warum der 13. Januar?

Der Unterschied zwischen julianischem und gregorianischem Kalender wuchs weiter. Heute beträgt er 13 Tage. Der alte 31. Dezember (julianisch) fällt deshalb auf den 13. Januar (gregorianisch).

Er wird in ländlichen Regionen wie dem Appenzellerland und angrenzenden Toggenburg (z.B. Hemberg) noch gefeiert, weil sich die die bäuerlichen Gegenden lange am alten Rhythmus festhielten und die alten Traditionen nicht abrupt aufgegeben wurden, entstand eine Doppelfeier, nämlich der neue Silvester am 31. Dezember und der alte am 13. Januar. Der alte Silvester liegt näher an der Wintermitte, wirkt archaischer, ruhiger und ursprünglicher.

  • Silvesterchlausen. (Symbolbilder) Bild: herisau24.ch / Claudia Vamvas
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Das Silvesterchlausen ist dem im Appenzellerland sehr ähnlich. Die Routen sind wie in der Appenzeller Tradition üblich, nicht öffentlich publiziert, da sie von Hof zu Hof und von Dorfteil zu Dorfteil ziehen, was die besondere Stimmung und Spontanität des Brauchs ausmacht. Die Chläuse sind meist am Morgen und tagsüber unterwegs und besuchen Hofgemeinschaften und Bewohner im Dorf. Am Abend treffen sie sich in Gaststätten und Restaurants, bevor der Brauchtum ausklingt.

Wer die traditionellen Silvesterchläuse sehen möchte, sollte sich die Daten merken. In Hemberg sind sie am 31. Dezember unterwegs und im Appenzellerland am Alten Silvester, dem 13. Januar.

Da die konkreten Zeiten und Routen nicht veröffentlicht werden, ist es am besten, früh am Morgen jeweils im Dorfzentrum von Hemberg oder in Bächli zu starten. Vorteilhaft ist es, am Morgen unterwegs zu sein, dann trifft man mit grosser Wahrscheinlichkeit Chläuse an.

Der 31. Dezember ist schon vorbei, doch bietet sich die Gelegenheit, diese in den Nachbarkantonen im Appenzellerland (z.B. Urnäsch) zu sehen.

Wann und wo

Auch am 13. Januar  2026 sind Chläuse unterwegs — besonders am Vormittag (z. B. in Urnäsch schon ab 6:00 Uhr in den Aussenbezirken) und bis in den Nachmittag hinein. Es gibt Shuttle-Busse und vorgeschlagene Wanderwege, die gute Chancen bieten, mehrere Gruppen zu sehen.

Toggenburg24
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