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Kantone
24.08.2020
08.09.2020 11:20 Uhr

Spitalstrategie: Corona verstärkt Handlungsbedarf

Die IHK sieht in der Leistungskonzentration an Zentrumsstandorten ein Zukunftsmodell für die St.Galler Spitalverbunde (Symbolbild).
Die IHK sieht in der Leistungskonzentration an Zentrumsstandorten ein Zukunftsmodell für die St.Galler Spitalverbunde (Symbolbild). Bild: Pixabay / Sasin Tipchai
Die IHK St.Gallen-Appenzell begrüsst, dass die vorberatende Kommission an der Spitalstrategie festhält. Wegen Corona steige der Handlungsbedarf.

Die St.Galler Spitalverbunde sind seit einiger Zeit in eine finanzielle Schieflage geraten: Überalterte Spitalstrukturen drücken nicht nur auf die Wirtschaftlichkeit, sondern hemmen auch langfristig ein qualitativ hochwertiges Versorgungsniveau; darauf hatte die Industrie- und Handelskammer (IHK) St.Gallen-Appenzell in der Vergangenheit wiederholt hingewiesen.

Umso mehr begrüsst die IHK, dass sich die vorberatende Kommission zur Weiterentwicklung der Spitalstrategie bekennt, und diese im Grundsatz übernimmt.

Corona verschärft Handlungsbedarf

Die ohnehin schon prekäre finanzielle Situation der St.Galler Spitalverbunde wird durch die Corona-Pandemie noch verschärft: Auf das budgetierte Defizit von 35.5 Millionen Franken kommen bis Ende Jahr voraussichtlich weitere 60 Millionen Franken dazu. Davon sind nicht nur die Spitäler, sondern auch direkt der Kantonshaushalt betroffen.

Des Weiteren beweist die Pandemie, dass eine Leistungskonzentration auch in qualitativer Hinsicht die Zukunft ist – zur Bereitstellung der notwendigen Kapazitäten in der Intensivmedizin wurden die Kräfte an den Zentrumsstandorten gebündelt, was eine flexible und effiziente Antwort auf die erhöhten Anforderungen ermöglichte.

Die überalterten Spitalstrukturen könnte man zwar weiterhin aufrechterhalten. Das notwendige Personal für den Betrieb, welches ohnehin bereits vom Fachkräftemangel gezeichnet ist, kann demgegenüber nicht auf Vorrat gehalten werden.

Zentrale IHK-Forderung wird aufgenommen

Dass Walenstadt wieder als Spitalstandort aufgenommen werden soll, nimmt die IHK so zur Kenntnis: Schliesslich soll eine abschliessende Evaluation über die Zukunft jenes Spitalstandorts im Rahmen einer überkantonalen Versorgungsplanung erfolgen.

Wichtig ist, dass bei einer allfälligen Wiederaufnahme dieses Spitalstandorts durch den Kantonsrat nicht versucht wird, den Status Quo zu verteidigen; vielmehr sollen in Abklärung mit den Kantonen Graubünden und Glarus eine seriöse Debatte über den Verbleib des Spitals Walenstadts geführt, und allfällige Konsequenzen nach den Abklärungen rasch gezogen werden.

Begrüssenswert ist aus Sicht der IHK, dass die Zukunft des Spitals Wil ebenfalls über die Kantonsgrenzen hinaus diskutiert werden soll.

Gerade im Gesundheitswesen sollen sich die Versorgungsstrukturen an den effektiven Handlungsräumen orientieren; Kantönligeist ist hier angesichts der stetig steigenden Gesundheitskosten besonders fehl am Platz. Darauf wies die IHK St.Gallen-Appenzell bereits 2009 in einer Publikation hin und wiederholte die Forderung in ihrer Vernehmlassungsantwort zur Spitalstrategie.

«Besser spät als nie. Es freut uns, dass einer zentralen Forderung der IHK – sich an den funktionalen Räumen zu orientieren – durch die vorberatende Kommission nun der Rücken gestärkt wird», so Markus Bänziger, Direktor der IHK. Die IHK wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass in der St.Galler Spitallandschaft die überfälligen Modernisierungen umgesetzt werden können.

 

Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell