Home Region In-/Ausland Sport Rubriken Agenda
Wirtschaft
10.01.2022
11.01.2022 15:30 Uhr

«Das 69-Fache des Bauernpreises»

Symbolbild Bild: Silvia Gisler
Die Milchbauern-Basisorganisation BIG-M hat die Lebensmittelmargen unter die Lupe genommen. Was sich die Organisation für das Jahr 2022 wünscht, lesen Sie hier

Rund 45 Milliarden Franken würden jährlich im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) umgesetzt. Davon gingen gerade mal gut 7 Milliarden an die Bauern, schreibt BIG-M. «Im Lebensmitteleinzelhandel entscheidet nicht der Anstand, sondern es geht darum, wer mehr Marge einstecken, und wer die grösseren Mengen umsetzen kann», kritisiert die Organisation.

Der Lebensmittelmarkt sei unelastisch. «Auch wenn das Essen billiger wird, können die Mägen der Konsumierenden nicht beliebig vergrössert werden», so BIG-M. Die Verkaufsmengen sind begrenzt. Deshalb würde der Handel auf die Vergrösserung der Margen setzen. Weil die Konsumenten besonders gut auf Label reagieren, werde hier eine hohe Marge erzielt, so die Organisation weiter. 

BIG-M hat auch die Margen von Kuhmilch und Haferdrink verglichen. «Im Laden kostet ein Liter Kuhmilch rund 1.40 Fr. Von diesem Liter Milch bekommt der Milchbauer 65 Rappen. Bleiben für Verarbeitung und Verkauf also 75 Rappen», heisst es in der Mitteilung. BIG-M hat nun die Marge mit dem «trendigen Haferdrink» verglichen.

Das Resultat stimme nachdenklich.  Ein Liter kostet im Laden rund 3.50 Fr. «Von diesem Liter gehen knappe 5 Rp. an den Haferproduzenten. Bleiben für Verarbeitung und Verkauf also 3.45 Fr. Das ist das 69-Fache des Bauernpreises», kritisiert BIG-M.

BIG-M habe kein Problem, dass Menschen verschiedene Geschmäcker und Vorlieben beim Essen haben. Intensive Werbung für besonders nachhaltige oder vegane Produkte stösst BIG-M sauer auf. «Hier werden die Leute oft wirklich für dumm verkauft», heisst es im jüngsten Newsletter.

BIG-M wünscht sich für das neue Jahr, dass die Konsumenten die Werbung kritisch hinterfragen. Die Organisation wünscht sich auch, dass diese den Kontakt zu den Bauern suchen. «Denn eigentlich bilden Produzenten und Konsumenten ein geschlossenes Team. Alle anderen, die sich dazwischen drängen, sollten nur eine Nebenrolle spielen», lautet das Fazit der Bauernorganisation.

Big-M Newsletter