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24.07.2021

Soforthilfe für Nepal und Tunesien

Am 15. Juni 2021 verursachten die lang anhaltenden Regenfälle einen massiven Erdrutsch.
Am 15. Juni 2021 verursachten die lang anhaltenden Regenfälle einen massiven Erdrutsch. Bild: pexels/symbol
Die Regierung hat zwei Nothilfe-Beiträge aus dem Lotteriefonds beschlossen. Sie unterstützt die Länder Nepal und Tunesien mit je 20'000 Franken.

Sintflutartiger Monsunregen hat in Nepal verheerende Erdrutsche und Überflutungen ausgelöst. Am 15. Juni 2021 verursachten die lang anhaltenden Regenfälle einen massiven Erdrutsch, der über Stunden den Fluss Melamchi blockierte.

Als sich die Stauung löste, verwüstete eine Schlamm-Sturzflut die Ortschaften Melamchi, Panchpokhari Thangpal und Helambu. Die Flut führte eine enorme Menge an Geröll mit sich, wodurch das Flussbett um bis zu 15 Meter angehoben wurde. Die Auswirkungen für die Menschen im betroffenen Gebiet sind katastrophal. Die Gefahr von Überschwemmungen ist noch nicht vorbei. Die Hilfsorganisation Helvetas startet nun ein Nothilfe-Projekt, um die von der Flut schwer betroffenen Menschen in Helambu mit Übergangsunterkünften zu unterstützen. 

Längere Nutzung der Unterkünfte 

Eine baldige Rückkehr der Menschen in ihre Häuser ist nicht möglich. Aufgrund des Ausmasses dieser Katastrophe wird es voraussichtlich zwei Jahre dauern, bis klar ist, inwieweit die Landflächen wieder sicher genug sind, um neue Häuser zu bauen, und ob die landwirtschaftlichen Flächen wieder nutzbar sind. Die Lösung für die Familien muss daher für die nächsten Monsune standhalten. 

Helvetas hat deshalb zum Ziel, dass die Familien, die ihr Hab und Gut verloren haben, ein würdevolles Zuhause für diese Übergangszeit bekommen. Es werden pro Familie provisorische 2-Zimmer-Unterkünfte mit separater Küche und Latrine aus verzinktem Wellblech erstellt. Damit Helvetas diese humanitäre Hilfe wahrnehmen kann, ist das Hilfswerk dringend auf Spenden angewiesen. Die Regierung hat deshalb 20'000 Franken aus dem Lotteriefonds gesprochen.

Prekäre Situation in Tunesien

Tunesien wird derzeit von einer verheerenden Corona-Welle heimgesucht. Die Krankenhäuser sind überfüllt, auf den Intensivstationen kämpfen viele Menschen um ihr Leben. Gemäss Medienberichten liegen Kranke auf den Gängen, einige unter freiem Himmel auf Matratzen. Es fehlt an Personal und der Sauerstoffvorrat wird knapp. Die Impfkampagne startete spät und kommt auch jetzt nur langsam voran. Bisher sind nur vier Prozent der Bevölkerung vollständig geschützt, was insbesondere zu wenige sind, um die ansteckende Variante Delta einzudämmen. 

Auch aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation ist die Situation besorgniserregend. Tunesien sei das Land mit der höchsten Sterblichkeitsrate auf dem afrikanischen Kontinent. Die Humanitäre Hilfe des Bundes hat beschlossen, das Land im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie zu unterstützen. Per Lufttransport sind bereits 15 Beatmungsgeräte und rund 60 Sauerstoffkonzentratoren nach Tunis geliefert worden.

Die örtlichen Behörden, die das Material entgegennehmen, sind eng mit der Schweizer Vertretung in Tunesien in Kontakt, um eine bedarfsgerechte und faire Verteilung der Hilfsgüter sicherzustellen. Um das DEZA in seiner humanitären Hilfe zu unterstützen, hat die Regierung einen Beitrag von 20'000 Franken beschlossen. Die Beiträge bringen die Solidarität der St.Galler Bevölkerung mit den Menschen in Nepal und Tunesien zum Ausdruck.

mik/pd/Toggenburg24