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Kanton
24.06.2021

Heime wappnen sich für nächste Herausforderung

Es wurden die massiven Belastungen erwähnt, mit denen Mitarbeitern und ihre Angehörigen während der ganzen Pandemie konfrontiert waren.
Es wurden die massiven Belastungen erwähnt, mit denen Mitarbeitern und ihre Angehörigen während der ganzen Pandemie konfrontiert waren. Bild: gmx.at
Die aktuell günstige epidemiologische Lage ermöglicht es, die in den Betagten- und Pflegeheimen getroffenen Schutzmassnahmen zu reflektieren und sich mit kommenden Herausforderungen zu befassen.

Die Heime waren in den letzten Monaten mit grossen Herausforderungen und schwierigen Situationen konfrontiert, sowohl menschlich als auch planerisch. Angesichts der aktuell günstigen epidemiologischen Entwicklung thematisierte Regierungsrätin Laura Bucher bei einem Besuch des Altersheims Geserhus in Rebstein gemeinsam mit Vertretern von Curaviva St.Gallen den Umgang mit der Pandemiebewältigung. Dabei gratulierte sie dem Heimleiter und Gastgeber Laurent Déverin zu seiner Wahl zum neuen Präsidenten von Curaviva St.Gallen.

Als Vertretung der Gemeinde Marbach und der Träger des Geserhus nahm Gemeindepräsident Alexander Breu teil. Eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Verband, den Gemeinden und dem Kanton erweist sich gerade in Krisenzeiten als wertvoll.

Starke Betroffenheit während der zweiten Welle

Die Schutzmassnahmen des Kantons während der zweiten Welle gingen weit und führten zu stark einschränkenden Besuchsregelungen in den Alters- und Pflegeheimen. Als Kompass diente in dieser Zeit das gemeinsam mit der Geriatrischen Klinik St.Gallen und Curaviva erarbeitete 3-Phasenmodell. Die darin formulierten Empfehlungen sahen je nach Ausbruchssituation, später auch unter Berücksichtigung des Inzidenzwerts, abgestufte Schutzmassnahmen beziehungsweise Besuchseinschränkungen vor.

Zusätzlich erliess der Kanton während der zweiten Welle bis zum Abschluss der mobilen Impfaktionen in den Heimen allgemeinverbindliche Vorgaben. Die Regelungen zu den kantonsweit einheitlichen Besuchseinschränkungen wurden Ende März 2021 aufgehoben.

Unterschiedliche Situationen in den Heimen

Das 3-Phasenmodell wurde Anfang Juni 2021 zurückgezogen. Begründet wurde dieser Schritt damit, dass das Modell in der Praxis die aktuellen lokalen Gegebenheiten mit Geimpften, Genesenen und Getesteten zu wenig berücksichtigt und zu stark auf Inzidenzwerte fokussiert. Dies führte zu einer uneinheitlichen Anwendung der Empfehlungen dieses Modells und damit zu unterschiedlichen Besuchsregelungen.

Aktuell bestehen somit keine allgemeinen Empfehlungen oder Einschränkungen der Besuche bis auf das Einhalten der Maskenpflicht beziehungsweise Abstands- und Hygienemassnahmen gemäss den Schutzkonzepten der Heime. Für die Beurteilung von künftigen massvollen Schutzvorkehrungen ist die Situation vor Ort entscheidend. In der Abwägung sollen sowohl soziale Aspekte als auch der Schutzanspruch der Bewohnenden berücksichtigt werden. Bei einer erneuten Verschärfung der epidemiologischen Lage wird die Lage seitens Kanton und Verband neu beurteilt und der Situation angepasste Massnahmen getroffen.

Ausblick auf künftige Entwicklungen

Das Departement des Innern trägt mit der befristeten Anstellung einer Fachperson Pflege und Hygiene dem Bedürfnis der Heime nach Beratung zu Hygiene und Schutzkonzepten Rechnung. Eine Zwischenbilanz zur Pandemiebewältigung wird die Regierung mit der Beantwortung des Postulats «Der Kanton bereitet sich auf künftige Pandemien vor» ziehen.

In diesem Zusammenhang sollen auch die Infektions- und Todesfallzahlen in den Heimen analysiert werden. Allfällige daraus resultierende Massnahmen für die Alters- und Pflegeheime sind im Austausch mit den Betroffenen zu diskutieren. Dabei kommt den Gemeinden eine zentrale Rolle zu, welche das Angebot bereitstellen und massgeblich finanzieren. In diesem Zusammenhang zeichnet sich aktuell - mit regionalen Unterschieden - ein deutlicher Rückgang bei den Auslastungszahlen ab.

Wertschätzung und Dank

Der intensive Einsatz des Pflege- und Betreuungspersonals ist ein wichtiger Schlüssel zur Bewältigung einer Pandemie. Die ausreichende Personalausstattung und eine gute Organisation ermöglichten den Verantwortlichen der Betriebe die vorausschauende Planung.

Regierungsrätin Laura Bucher und ihre Mitarbeiter liessen sich vor Ort über die laufenden Arbeiten orientieren und tauschten sich über mögliche weitere Entwicklungen aus. Es wurden die massiven Belastungen erwähnt, mit denen Mitarbeitern und ihre Angehörigen während der ganzen Pandemie konfrontiert waren und immer noch sind. Regierungsrätin Bucher dankte den Beteiligten bei dieser Gelegenheit für ihren unermüdlichen Einsatz. Sie nahm auch Anliegen zur Verbesserungen der Rahmenbedingungen im Bereich Pflege und Betreuung im Alter auf.

mik/pd/Toggenburg24