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Leserbrief
Kantone
25.05.2021

«Die Initiative ist eindeutig eine Wohlstandserscheinung»

Christian Rüegg aus Rüeterswil: «Mit dieser Trinkwasserinitiative bringen wir unsere Ernährungssicherheit in Gefahr.»
Christian Rüegg aus Rüeterswil: «Mit dieser Trinkwasserinitiative bringen wir unsere Ernährungssicherheit in Gefahr.» Bild: Pixabay: Kiều Trường
Ein Landwirt aus Rüeterswil ist überzeugt, dass die beiden extremen Agrarinitiativen mit Nein zu beantworten sind, um dadurch eine produktive Landwirtschaft zu erhalten.

«Am 13. Juni stimmen wir meines Erachtens nach über sehr extreme Initiativen ab. Gesundes Trinkwasser und wenig Einsatz von Pestiziden sollten doch eigentlich selbstverständlich sein. Wer trinkt schon gerne verschmutztes Wasser und gibt unnötig Geld aus für teure Pflanzenschutzmittel? Landbesitzer tragen wesentlich dazu bei, eine gute Trinkwasserqualität zu erhalten, indem Schutzzonen errichtet werden.

Laut unserer Kantonschemiker ist das Trinkwasser schweizweit gut, die Toleranzwerte werden trotzdem weiter verschärft. Gutes Trinkwasser von höchster Qualität ist für unsere Gesundheit eine Voraussetzung.

Biobauern in zwei Lager

Ich frage mich als Landwirt, ob das Wasser wirklich nur von Mist und Gülle und Pestiziden verschmutzt wird. Wie steht es denn mit dem Einsatz von Pflege,- und Reinigungsmitteln bei allen Konsumenten im Badezimmer und Haushalt?

Diese Initiative ist ein grosser Eingriff in die produzierende Landwirtschaft, das hat sogar die Biobauern in zwei Lager gespalten und in eine ungemütliche Schieflage gebracht.

Existenzen in Gefahr

Laut Initiativtext wird kein Zukauf von externem Futtermittel verlangt. Das bewirkt im Berggebiet keine Hühner- und Schweinehaltung mehr. Im Klartext festgehalten bewirkt das eventuell im Einzelfall tiefere Tierzahlen etc. und könnte sogar die Existenz des Betriebes einer Bauernfamilie in Gefahr bringen.

Gerade die Pandemie hat gezeigt, dass regionale Produkte gefragt sind und nicht die von weit hergeholten Lebensmittel. Der Teufel ist nicht an die Wand zu malen, aber gehen wir einer Hungersnot entgegen?

Reine Abstrafungsübung gegenüber der Landwirtschaft

Mit dem Entzug von Direktzahlungen an die Bauern erreichen wir nicht das Ziel, sauberes Wasser zu erhalten. Wie in Leserbriefen bereits erwähnt, ist es eine reine Abstrafungsübung gegenüber der Landwirtschaft.

Mit dieser Trinkwasserinitiative bringen wir unsere Ernährungssicherheit in Gefahr, die Produktion soll angeblich massgeregelt werden, während der Konsument machen kann, was ihm beliebt. Unsere Lebensmittelkosten gemessen am Einkommen sind stets am Sinken, trotzdem verlangen gewisse Kreise immer weitere Auflagen und gehen nach der Abstimmung ins nahe Ausland, um billig einzukaufen. Das könnte sich rächen, und zwar schneller als man denkt: Umwelteinflüsse, fehlende Importe etc. könnten zur Verknappung der Grundnahrungsmittel führen.

Zweimal Nein

Diese Initiative ist eindeutig eine Wohlstandserscheinung, im 2. Weltkrieg hatten wir einen Plan Wahlen, da wäre es niemanden in den Sinn gekommen, eine Trinkwasserinitiative zu starten. Diese extremen Initiativen sind mit einem NEIN zu beantworten. Mit einer massiven Ablehnung dieser Initiativen erhalten wir eine produktive Landwirtschaft, verantwortlich für qualitative gute Lebensmittel, für die stets wachsende Bevölkerung.»

Christian Rüegg, SVP-Kantonsrat & Landwirt aus Rüeterswil/Toggenburg24