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Kanton
02.03.2021

So kommen Sie als Gastrobetrieb zu Geld

Noch immer keine Gäste erlaubt: Viele Gastronomen fürchten um ihre Existenz. Bild: Miryam Koc
Für viele Gastronomen ist die Finanzhilfe des Kantons die letzte Chance vor dem Aus. Doch wer das Geld möchte, muss einige Hürden überwinden. stgallen24 zeigt, wies geht.

Der Empörung in der Gastrobranche ist nach jeder Bundesrat-Pressekonferenz noch grösser, denn noch immer unterliegen die Wirte und Beizer praktisch einem Berufsverbot.

Viele bieten deshalb Take-Away und Lieferdienste an oder starten Crowdfunding-Aktionen. Doch das reicht oft nicht, um überleben zu können, denn die finanzielle Situation spitzt sich mit jedem weiteren Tag zu. Deshalb können Härtefallgelder beantragt werden. «Man muss eine ganze Doktorarbeit schreiben, um an Geld zu kommen», sagte kürzlich eine Gastronomin zu stgallen24.

Wie das einfacher gehen kann, haben wir für Sie zusammengetragen:

Wer hat Anspruch auf Entschädigung?


Jedes Unternehmen, das zwischen dem 1. November 2020 bis zum 30. Juni 2021 für mindestens 40 Tage wegen dem Bundesrat-Entscheid geschlossen war, hat grundsätzlich Anspruch auf Entschädigung - egal, wie hoch der Umsatz 2020 war.

Warum nur grundsätzlich? Welche Kriterien müssen noch erfüllt werden?

Man muss:

  • per 1. Oktober 2020 den Sitz im Kanton St.Gallen haben oder die Geschäftstätigkeit im Kanton ausüben
  • per 15. März 2020 mindestens einen Arbeitsplatz von 100 Stellenprozent haben. Die Stellenprozente des Geschäftsführers zählen auch dazu
  • einen Nachweis erbringen, dass sein Unternehmen mit der Finanzhilfe überleben kann

Man darf:

  • keine Überschuldung im Jahr 2019 gehabt haben
  • am 15. März 2020 in keinem Betreibungsverfahren für steuerrechtliche Forderungen gewesen sein
  • gegen kein Covid-19-Gesetz verstossen haben

Wie kann man beweisen, dass ein Unternehmen überlebensfähig ist?


Es muss mit einem Finanzplan aufgezeigt werden können, dass spätestens ab Mitte 2021 (wenn die Corona-Massnahmen aufgehoben werden) das Unternehmen dank der Finanzspritze des Kantons selbständig weiterwirtschaften kann.

Die Vorlage für diesen Finanzplan finden Sie hier.

Wie hoch ist die Entschädigung?


Hier kommt es oft zu Missverständnissen, erklärt Kantonsrat Linus Thalmann, der eng mit der Gastrobranche zusammenarbeitet und Ansprechperson für die Härtefall-Entschädigung ist. «Viele denken, dass Sie zwanzig Prozent vom Umsatz erhalten. Das ist aber falsch, auch ich war lange in diesem Glauben, weil es nicht genau kommuniziert wurde. Es handelt sich nicht um eine Umsatzentschädigung, sondern es werden die ungedeckten Fixkosten entschädigt und dies können maximal zwanzig Prozent des Umsatzes sein», sagt Thalmann. 

Wie muss der Antrag eingereicht werden?


Das Formular muss elektronisch mit allen Unterlagen eingereicht werden. Hier geht's zum Formular. Finanzplan als Excel-Datei und nicht als PDF einreichen. Sollten Sie innert weniger Minuten (maximal eine Stunde) kein automatisches Bestätigungsmail erhalten, war die Eingabe nicht erfolgreich. Bitte versuchen Sie es in diesem Fall nochmals.

Wie lange dauert es, bis das Geld ausbezahlt wird?


Aktuell benötigt der Kanton etwa einen Monat zur Bearbeitung der Anträge. In St.Gallen sind über 1'000 Gesuche eingegangen, mehr als die Hälfte von Gastrobetrieben. «Die meisten, die ein Gesuch stellen, werden hoffentlich vom Kanton eine Entschädigung erhalten. Ich kann nicht bestätigen, dass viele abgelehnt werden», so Thalmann.

Weitere Fragen und Antworten finden Sie hier

Die Gesetzessammlung finden Sie hier

 

Haben Sie ein Gastronomie-Unternehmen in der Stadt St.Gallen oder im Grünen Ring? Wurde Ihr Antrag abgewiesen oder angenommen? Erzählen Sie uns Ihre Geschichte! Per Mail an redaktion@stgallen24.ch oder rufen Sie einfach an unter 071 272 80 31.

Miryam Koc/toggenburg24